Fahrräder für ein Lieferkettengesetz

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Fahrräder in Lübeck als Mahnmale für ein wirksames Lieferkettengesetz

In den vergangenen Wochen demonstrierten in Lübeck viele Fahrräder für die notwendige Einführung eines Lieferkettengesetzes auf Bundesebene, das hoffentlich nach vielen Verschiebungen in Kürze verabschiedet wird. An den Fahrrädern wiesen Plakate auf Menschenrechtsverletzungen, schlechte Arbeitsbedingungen und Umweltverstöße bei der Gewinnung von Rohstoffen (z.B. Bauxit) und Herstellung von Produkten hin. Ein Fahrrad war während der Mai Bürgerschaftssitzung vor dem Sitzungsort MuK platziert. Hinter der Aktion steht die Lübecker Initiative Lieferkettengesetz (LILi).
http://www.fairtrade-stadt-luebeck.de/fahrraeder-fuer-ein-lieferkettengesetz/

Am 12.06. ist der Internationale Tag gegen Kinderarbeit – es wäre ein wichtiges Symbol, das Lieferkettengesetz jetzt zu verabschieden. Das Lieferkettengesetz genießt eine große Unterstützung in der Bevölkerung: So stimmten in einer aktuellen, repräsentativen Umfrage der Verbraucherzentrale Bundesverband 85 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass die Politik alle Textilunternehmen zur Einhaltung der Menschenrechte in der weltweiten Lieferkette verpflichten sollte (weiter s.u.).

 

„Wir sind wütend, dass sich insbesondere Wirtschaftsminister Peter Altmaier immer wieder über die Forderungen hinwegsetzt, endlich für einen wirksamen Schutz von Menschenrechten und Umwelt zu sorgen“, so Horst Hesse Gründungsmitglied der Initiative Lieferkettengesetz in Lübeck. „Die Einhaltung von Menschenrechten sowie der Schutz der Umwelt sind nicht verhandelbar“, so Katja Mentz, Sprecherin der Steuerungsgruppe Fairtrade Stadt Lübeck. „Ein wirksames Lieferkettengesetz ist überfällig.“

Ein Beispiel: Eine kürzlich veröffentlichte Recherche stellt einen Zusammenhang zwischen einer deutschen Bank und Menschenrechtsverletzungen in Guinea her: Die deutsche Direktbank ist mit einem Millionenkredit am Ausbau einer Bauxit-Mine in dem westafrikanischen Land beteiligt, bei dem es zu Zwangsumsiedelungen und der Verschmutzung lokaler Gewässer kommt. Der Bauxit-Abbau zerstört die Lebensgrundlage der Menschen vor Ort. Durch ihren Kredit ist die ING DiBa dafür mitverantwortlich – dabei hat sie sich selbst zu Umwelt- und Sozialstandards verpflichtet. Das zeigt wieder einmal: Selbstverpflichtungen von Unternehmen sind oft das Papier nicht wert, auf dem sie stehen. „Deshalb brauchen wir endlich gesetzlich festgeschriebene Sorgfaltspflichten!“ so Manfred Hellberg vom BUND und der Initiative LILi.. „Ein Lieferkettengesetz muss auch die Umweltgüter eigenständig, ganzheitlich und langfristig sichern und nicht nur dann, wenn Menschenrechte unmittelbar betroffen sind. Mit dem bisherigen Gesetzentwurf werden zum Beispiel Umweltschädigungen, die sich erst nach Jahren auf Menschen auswirken, gar nicht erfasst. Auch die Schutzgüter Klima und Biodiversität werden nicht berücksichtigt.

Weiterführende Informationen:
Die Recherche „Von Bananen bis Bauxit: Wie deutsche Unternehmen im Ausland Menschenrechte und Umweltschutz missachten“ finden Sie hier: https://lieferkettengesetz.de/wp-content/uploads/2020/12/Initiative-Lieferkettengesetz-Von-Bananen-bis-Bauxit.pdf

Vor der Apotheke

Beim Einkaufen

Hotel an der Marienkirche

Am Brink Wochenmarkt

Standesamt Lübeck

Am Briefkasten

Ratzeburger Allee

SPD Büro Lübeck

Vorrbereitungen in der Innenstadt

BUND Geschäftsstelle

Einkaufsstraße Königstraße

Am Kohlmarkt

Breite Straße / Fußgängerzone

 

 

 

 

Blumenladen Ratzeburger Allee

Menschenrechte und Umweltstandards: Ausstellung im Haerder-Center Lübeck

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Bis zum 12. Juni 2021 kann im Untergeschoss des Lübecker Haerder-Centers die Ausstellung „Schafft Recht und Gerechtigkeit“ kostenlos besucht werden. Auf sechs Roll-Ups gibt die Ausstellung Einblicke in Menschenrechtsverstöße und Umweltschäden in den Lieferketten unserer Alltagsprodukte, zeigt Veränderungsmöglichkeiten durch ein Lieferkettengesetz auf und weist auf die bundesweite Initiative Lieferkettengesetz hin.

Der Lübecker Initiative Lieferkettengesetz (LILi) in Zusammenarbeit mit der Steuerungsgruppe Fairtrade Stadt Lübeck ist es kurzfristig gelungen, diese Ausstellung nach Lübeck zu holen und das Haerder-Center als Kooperationspartner zu gewinnen.

Erstellt wurden die sechs Roll-Ups von SÜDWIND, Brot für die Welt und MISEREOR– in Zusammenarbeit mit Einrichtungen aus Diözesen und Landeskirchen in NRW, gefördert durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW.

Insbesondere für Schulklassen und Jugendgruppen kann ein Quiz zur Ausstellung unter https://suedwind-institut.de/recht-und-gerechtigkeit/ausstellung-schafft-recht-und-gerechtigkeit-f%C3%BCr-gemeindeh%C3%A4user.html heruntergeladen werden.

Auf Bundesebene wird seit einiger Zeit ein Lieferkettengesetz verhandelt und soll noch in dieser Legislaturperiode, voraussichtlich im Juni, verabschiedet werden. Zahlreiche Organisationen, Initiativen und Politiker*innen fordern Nachbesserungen, darunter auch Fairtrade Stadt Lübeck und die Lübecker Initiative Lieferkettengesetz.

Weitere Informationen und Aktionen: www.lieferkettengesetz.de

Keine faulen Eier im Lieferkettengesetz!

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Besuch der Lübecker Initiative Lieferkettengesetz beim CDU Wahlkreisbüro

Die Bundesregierung hat am 3. März einen Entwurf für ein Lieferkettengesetz beschlossen. Doch er dieser Gesetzentwurf ist ein Papiertiger und reicht nicht aus, Menschenrechte und Umwelt wirksam zu schützen. Nach Ostern soll es Verhandlungen der Bundestagsfraktionen geben, die Änderungen am Gesetz ermöglichen.

Deshalb beteiligen sich Mitglieder der Lübecker Initiative für ein Lieferkettengesetz an der Aktion von Inkota „Keine faulen Eier im Lieferkettengesetz!“ und fordern die Lübecker Mitglieder des Bundestags dazu auf, sich für konkrete Verbesserungen einzusetzen.

„Frau Prof. Dr. Claudia Schmidtke bekommt von mir ein Ei mit einer Collage. Es sind Bilder von Kindern, die bei der Ernte, in Minen oder in der Textilindustrie arbeiten müssen und von Erwachsenen, die unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen, zu Hungerlöhnen für unseren Konsum schuften.“ Katja Mentz von der Steuerungsgruppe Fairtrade Stadt Lübeck will mit den Fotos daran erinnern, dass ein Lieferkettengesetz besonders auch die Menschen am Anfang der Lieferkette im Fokus behalten und deren Rechte durch eine zivilrechtliche Haftungsregelung schützen muss.

Auch Horst Hesse hat im Namen von terre des hommes Lübeck ein Osterei gestaltet. Das Urgestein der Fair Trade Bewegung wird nicht müde, wenn es darum geht, globale  Gerechtigkeit und Menschenrechte einzufordern. „Das Lieferkettengesetz darf nicht hinter die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte zurückfallen. Das wäre ein fatales Signal aus Deutschland.“

Gemeinsam mit Manfred Hellberg vom BUND, der sich insbesondere für einen im Gesetz verankerten, stärkeren Umweltschutz einsetzt, und Rafaela Rawinski vom Lübecker AstA wird der Eingangsbereich des CDU Wahlkreisbüros osterlich geschmückt. Die vier, die sich gemeinsam in der Lübecker Initiative Lieferkettengesetz engagieren, fordern Frau Prof. Dr. Schmidtke (CDU) dazu auf, sich vehement für Nachbesserungen im Lieferkettengesetz einzusetzen.

Ein starkes Lieferkettengesetz muss

  • für alle Unternehmen gelten, die mehr als 250 Mitarbeitende haben
  • für die gesamte Lieferkette eines Unternehmens gelten
  • die Rechte von Betroffenen durch eine zivilrechtliche Haftungsregelung schützen
  • starke umweltbezogene Sorgfaltspflichen verankern.

„Im CDU Büro war leider niemand anzutreffen. Wir hoffen, dass Frau Prof. Dr. Schmidtke auf diesem Wege unsere Nachricht erhält.“

Wer sich ebenfalls an der Aktion beteiligen möchte, findet weitere Informationen hier:

https://www.inkota.de/

Mängel am Lieferkettengesetzentwurf beheben! Mitmachen bei Online Aktion

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Grundsätzlich freuen wir uns, dass es mit dem Lieferkettengesetz endlich voran geht und es durchaus positive Aspekte in dem vorliegenden Entwurf gibt. Doch die Mängel wiegen schwer“, so die Sprecher*innen der Fairtrade Stadt und Lübecker Initiative für ein Lieferkettengesetz. Der Entwurf falle hinter geltende internationale Menschenrechtsstandards der Vereinten Nationen zurück.

Bundesregierung muss nachbessern

Damit Menschenrechte und Umwelt wirksam und in der gesamten Lieferkette geschützt werden, müssen die Regierungsparteien nachbessern“, fordert Katja Mentz für die Steuerungsgruppe Fairtrade Stadt Lübeck und ruft öffentlich dazu auf, die beiden lokalen Bundestagsabgeordneten Prof. Dr. Claudia Schmidtke (CDU) und Gabriele Hiller-Ohm (SPD) über einen Link auf der Internetseite der Initiative Lieferkettengesetz anzuschreiben, damit diese sich für konkrete Verbesserungen einsetzen: https://lieferkettengesetz.de/  (auf der Seite etwas nach unten scrollen)

Menschenrechtsverletzungen konsequent verhindern

Prinzipiell wird zwar die gesamte Wertschöpfungskette erfasst, jedoch in abgestufter Form. Bei direkten Zulieferern werden strengere Maßstäbe angelegt als am Beginn der Lieferkette. Eine Risikoanalyse muss nur dann durchgeführt werden, wenn Unternehmen „substantiierte Kenntnis“ über eine mögliche menschenrechtliche Verletzung haben“, erläutert Horst Hesse von der Lübecker Initiative Lieferkettengesetz einen der Kritikpunkte. „Wir fordern, dass eine Risikoanalyse anlassunabhängig präventiv durchgeführt werden muss und nicht erst, wenn bereits etwas passiert ist und konkrete Kenntnisse über Menschenrechtsverstöße vorliegen. Andernfalls untergräbt das Lieferkettengesetz internationale Standards wie die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und sendet ein fatales Signal nach Europa.“

Umwelt schützen, Menschenrechte und Umweltschutz gehören zusammen

Auch Umweltschutz wird in dem Gesetzentwurf unzureichend berücksichtigt“, kritisiert Manfred Hellberg von der Lübecker Initiative. „Ein Lieferkettengesetz muss die Umweltgüter eigenständig, ganzheitlich und langfristig sichern und nicht nur dann, wenn Menschenrechte unmittelbar betroffen sind. Mit dem vorliegenden Gesetzentwurf werden zum Beispiel Umweltschädigungen, die sich erst nach Jahren auf Menschen auswirken, gar nicht erfasst. Auch die Schutzgüter Klima und Biodiversität werden nicht berücksichtigt.“

Alle Unternehmen ab 250 Beschäftigten in die Pflicht nehmen

2023 soll das Lieferkettengesetz in Kraft treten und lt. Entwurf Unternehmen mit mehr als 3.000, ab 2024 mit mehr als 1.000 Beschäftigten betreffen. Davon wären im ersten Schritt rund 600 Unternehmen, ab 2024 rund 2.900 Unternehmen in Deutschland berührt. „Hier teilen wir die Kritik, dass nur nach Größe und nicht nach Risikogeschäft bewertet wird. Sehr kritisch sehen wir auch, dass das Gesetz nur für Unternehmen mit Stammsitz in Deutschland gelten soll. So wäre ein schwedisches Textilunternehmen wie H&M mit rund 450 deutschen Filialen einem Lieferkettengesetz gegenüber gar nicht verpflichtet. Und das, obwohl wir gerade in der Textilindustrie von zahlreichen Menschenrechtsverstößen wissen. Das Gesetz sollte deshalb für alle in Deutschland geschäftstätigen Unternehmen ab einer Größe von 250 Beschäftigten gelten“, schließt sich Katja Mentz den Forderungen der Bundesinitiative Lieferkettengesetz an.

Eine weitere Forderung ist die der zivilrechtlichen Klagemöglichkeit für Betroffene von Menschenrechtsverletzungen im Ausland. Zwar erleichtert die Vertretungsmöglichkeit durch NGOs oder Gewerkschaften den Zugang zu Rechtsschutz für die Betroffenen, Gerichte müssen jedoch nach wie vor das geltende Recht im Ausland anwenden, wo der Schaden entstanden ist. Dies hat beispielsweise im KiK Prozess für Brandopfer einer Textilfabrik in Pakistan dazu geführt, dass bereits nach kurzer Zeit eine Verjährung in Kraft getreten ist.

In der oben genannten Online Aktion (siehe: www.lieferkettengesetz.de) werden die beiden Lübecker Bundestagsabgeordneten, Frau Prof. Dr. Schmidtke und Gabriele Hiller-Ohm dazu aufgefordert, nicht zuzulassen, dass ein deutsches Lieferkettengesetz hinter internationale Standards zurückfällt. Weiter heißt es darin: „Bitte setzen Sie sich im Bundestag dafür ein, dass das Lieferkettengesetz

  • Unternehmen dazu verpflichtet, proaktiv entlang ihrer gesamten Lieferkette Menschenrechts-Risiken zu analysieren;

  • die Rechte von Betroffenen durch eine zivilrechtliche Haftungsregelung stärkt;

  • zum effektiven Schutz der Umwelt beiträgt;

  • alle großen Unternehmen ab 250 Mitarbeiter*innen erfasst.“

Die breite Bevölkerung lehnt Menschenrechtsverletzungen und Umweltschädigungen grundsätzlich ab und wünscht sich faire Bedingungen bei der Herstellung von Konsumgütern. Wenn die Bundesregierung es ernst meint mit dem Schutz von Menschenrechten und der Einhaltung von Umweltstandards muss beim Lieferkettengesetz dringend nachgebessert werden“, fordern die Mitglieder der Steuerungsgruppe Fairtrade Stadt und der Lübecker Initiative Lieferkettengesetz.

Tag der Menschenrechte: Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung bei Auslandsgeschäften von Aldi, ING DiBa, Heidelberg Cement

BUND/ Glockengießerstraße

Tag der Menschenrechte: Initiative Lieferkettengesetz weist auf Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung bei Auslandsgeschäften von Aldi, ING DiBa, Heidelberg Cement hin

In Lübeck wiesen Mitglieder des Vereins Fairtrade Stadt Lübeck e.V. und der Initiative Lieferkettengesetz mit einer besonderen Aktion auf den Tag der Menschenrechte hin. An zehn unterschiedlichen Plätzen – wie vor dem Rathaus, in der Sandstraße, Mühlenstraße oder beim Evangelischen Frauenwerk – stellten sie Fahrräder ab, geschmückt mit Tannenzweigen, Sternen und Plakaten, die gezielt auf Menschenrechtsverletzungen durch deutsche Unternehmen hinwiesen.

Breite Straße/ Rathaus

Wie die Berliner Initiative Lieferkettengesetz recherchiert hat, kommt es bei den Auslandsgeschäften der deutschen Unternehmen Aldi, ING DiBa und HeidelbergCement kommt es zu Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung. Das zeigt die aktuelle Recherche „Von Bananen bis Bauxit“, die das Bündnis „Initiative Lieferkettengesetz“ anlässlich des Internationen Tags der Menschenrechte veröffentlicht hat. „Egal ob es um Bananen, Bauxit oder Zement geht: Es ist nicht länger hinnehmbar, dass deutsche Unternehmen für ihre Gewinne Schäden an Menschen und Umwelt in Kauf nehmen. Die Bundesregierung muss dem endlich einen Riegel vorschieben und mit einem wirksamen Lieferkettengesetz den Koalitionsvertrag erfüllen“, fordert Johanna Kusch, Sprecherin der Initiative Lieferkettengesetz.

Steinrader Weg/ Ev. Frauenwerk

Die Veröffentlichung zeigt unter anderem, dass die Einkaufspreise für Bananen in den letzten Jahren so stark gefallen sind, dass viele kleine und mittlere Produzent*innen in Ecuador aufgeben mussten. Eine aktuelle Ankündigung von Aldi, den Einkaufspreis für eine Kiste Bananen für das Jahr 2021 von 12,41 Euro auf 11,33 Euro zu senken, verschärft die Situation weiter. „Mit einem wirksamen Lieferkettengesetz müsste Aldi untersuchen, welche Auswirkungen die eigene Einkaufspolitik auf Menschenrechte und Umweltstandards vor Ort hat – und dann angemessen darauf reagieren. Einkaufspreise, die einen existenzsichernden Lohn für die Menschen in den Anbauländern ermöglichen, gehören da eindeutig dazu“, betont Frank Braßel, Leiter Bereich Politik und Kampagnen bei Oxfam Deutschland.

Sandstraße

An der Mauer

Mühlenstraße

Die heute veröffentlichte Recherche stellt außerdem einen Zusammenhang zwischen der Bank ING DiBa und Menschenrechtsverletzungen in Guinea her: Die deutsche Direktbank ist mit einem Millionenkredit am Ausbau einer Bauxit-Mine in dem westafrikanischen Land beteiligt, bei dem es zu Zwangsumsiedelungen und der Verschmutzung lokaler Gewässer kommt. „Der Bauxit-Abbau zerstört die Lebensgrundlage der Menschen vor Ort“ kritisiert Gertrud Falk, Menschenrechtsreferentin bei FIAN Deutschland. „Durch ihren Kredit ist die ING DiBa dafür mitverantwortlich – dabei hat sie sich selbst zu Umwelt- und Sozialstandards verpflichtet. Das zeigt wieder einmal: Selbstverpflichtungen von Unternehmen sind oft das Papier nicht wert, auf dem sie stehen. Deshalb brauchen wir endlich gesetzlich festgeschriebene Sorgfaltspflichten!“

In einem dritten Beispiel kritisiert die Initiative Lieferkettengesetz die Pläne des deutschen Unternehmens HeidelbergCement, einem der größten Zementhersteller der Welt, eine Kalksteinmine und ein Zementwerk auf Java in Indonesien zu errichten. „Wenn das Projekt so umgesetzt wird, gefährdet es das Ökosystem der gesamten Region. Den Menschen droht die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen. Das zeigt: Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen gehen oft Hand in Hand. Ein Lieferkettengesetz muss unbedingt beides abdecken“, fordert Klaus Schilder, Experte für Asienpolitik bei Misereor.

Die Initiative Lieferkettengesetz ist ein Zusammenschluss von 118 zivilgesellschaftlichen Organisationen, darunter Oxfam Deutschland, FIAN, PowerShift und Misereor sowie zahlreichen weiteren Menschenrechts-, Entwicklungs- und Umweltorganisationen sowie Gewerkschaften und kirchlichen Akteuren. Das Bündnis fordert von der Bundesregierung, in Deutschland tätige Unternehmen per Gesetz zu verpflichten, entlang ihrer Lieferketten menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten einzuhalten.

Weiterführende Informationen:
Die Recherche „Von Bananen bis Bauxit: Wie deutsche Unternehmen im Ausland Menschenrechte und Umweltschutz missachten“ finden Sie hier: https://lieferkettengesetz.de/wp-content/uploads/2020/12/Initiative-Lieferkettengesetz-Von-Bananen-bis-Bauxit.pdf

Nikolaus: Keine Süßigkeiten für Frau Prof. Dr. Schmidtke

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Der Nikolaus macht in diesem Jahr ernst. Nicht alle erhalten von ihm Süßigkeiten in ihrem Stiefel, denn diese könnten Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung enthalten, so seine Botschaft, die in einem Stiefel vor dem Wahlkreisbüro der CDU Bundestagsabgeordneten Prof. Dr. Claudia Schmidtke steckt. Hinter der Aktion steht die Lübecker Initiative Lieferkettengesetz: „Wir bitten Frau Prof. Dr. Schmidtke, sich auf Bundesebene innerhalb der CDU/CSU dafür einzusetzen, dass das viel diskutierte Lieferkettengesetz endlich beschlossen wird – und zwar inhaltlich so, dass es seine Wirkung in Bezug auf den Schutz von Menschenrechten und Umwelt erzielt. Denn nur verbindliche gesetzliche Regelungen können verhindern, dass beispielsweise weltweit 152 Millionen Kinder arbeiten müssen, davon fast zwei Millionen Kinder auf Kakaoplantagen in Westafrika u.a. für die Produktion von Schokolade. Aufgrund niedriger Preise für Rohstoffe und Dumpinglöhnen gelingt es Millionen Familien nicht, der Armut zu entkommen und ihre Kinder statt zur Arbeit in eine Schule zu schicken“, berichtet Horst Hesse, der sich als Mitglied von terre des hommes in der Lübecker Initiative Lieferkettengesetz engagiert.

„Ein Großteil der deutschen Bevölkerung lehnt es ab, dass bei der Herstellung unserer Konsumgüter in den Ländern des Globalen Südens Menschenrechte verletzt werden oder beispielsweise durch Einsatz von Chemikalien die Umwelt geschädigt wird. Mittlerweile fordern auch über 100 namhafte deutsche Unternehmen die Einführung eines Lieferkettengesetzes, das zu mehr Gerechtigkeit, Transparenz und Übernahme von Verantwortung durch hiesige Unternehmen beitragen würde. CDU/CSU dürfen die Einführung eines wirksamen Lieferkettengesetzes nicht weiter blockieren, für das sich – im Gegensatz zu Wirtschaftsminister Altmaier (CDU) – der CSU Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Gerd Müller einsetzt. In der kommenden Woche werden wir Frau Prof. Dr. Schmidtke wiederholt um ein persönliches Gespräch bitten“, so Horst Hesse, Manfred Hellberg und Katja Mentz von der Initiative LILi.

Wer die Bundesinitiative Lieferkettengesetz unterstützen möchte, kann eine vorgedruckte Postkarte an Bundesminister Altmaier schicken. Die Karten gibt es kostenlos im Weltladen in der Hüxstraße oder bei ONE Fairtrade in der Königstraße.

Black Friday: Die Schicksale hinter dem Sale

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Die Black Week ist beendet – eine Rabattschlacht, die im Black Friday gipfelt. Doch hinter dem Black-Friday-Sale stecken oft menschliche Schicksale entlang der Lieferketten. Sie zeigen: Wir brauchen endlich ein wirksames Lieferkettengesetz!

Auch in Lübeck beteiligte sich die Initiative Lieferkettengesetz (LILi) an der bundesweiten Aktion, um auf die menschlichen Schicksale aufmerksam zu machen, die hinter den „Schnäppchen“  stecken, die in der Black Friday Woche besonders viele Kund*innen locken.

„Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass niedrige Preise und dazu noch hohe Rabatte in der Regel nur deshalb möglich sind, weil diejenigen, die diese Waren herstellen, zu Dumping Löhnen unter miesen Bedingungen arbeiten müssen“, stellt Horst Hesse von der Lübecker Initiative klar. „Dabei gibt es Alternativen und Hersteller von Kleidung und anderen Produkten, die bewusst darauf achten, dass Menschenrechte und Umweltstandards eingehalten werden. In unserem besonderen Stadtplan listen wir Lübecker Geschäfte auf, die fair und biologisch hergestellte Produkte führen.

„Shoppen ist für viele zur Freizeitbeschäftigung geworden“, meint Katja Mentz von der Fairtrade Stadt Gruppe. „Insbesondere die sogenannte Fast Fashion ist häufig so günstig, dass etliche Kleidungsstücke nur wenige Male getragen und dann entsorgt werden. Leider denken viele nicht darüber nach, welch traurige Schicksale zum Teil an ihrem Schnäppchen haften. Allerdings ist der Preis nicht immer entscheidend. Denn auch hochpreisige Designer Artikel garantieren nicht automatisch für faire nachhaltige Produktionsbedingungen.“

„Damit nicht allein die Konsument*innen als letztes Glied der Kette die Verantwortung tragen, braucht es auf Bundesebene endlich ein wirksames Lieferkettengesetz“, fordert  Manfred Hellberg, ebenfalls Aktivist für Fairen Handel. „Bundesminister Altmaier verhindert weiterhin, dass ein Gesetzentwurf im Bundestag verhandelt und beschlossen wird. Deshalb haben wir neben Informationen zum Lieferkettengesetz auch Postkarten verteilt, mit denen Minister Altmaier dazu aufgefordert werden kann, endlich die Unternehmen in Verantwortung zu bringen, die bisher profitieren.“

Diese Protestpostkarten können Sie im Weltladen in der Hüxstraße 82 oder bei ONE Fairtrade in der Königstraße 106 erhalten. Auch online kann die Petition mitgezeichnet werden: https://lieferkettengesetz.de/

Die Bundesinitiative Lieferkettengesetz schreibt dazu:

„Zum Beginn des Weihnachtsgeschäfts versuchen viele Unternehmen noch einmal alles, um unsere Konsumlust anzukurbeln. Mega-Rabatte, Sensations-Angebote, Super-Sales… Wie können sich Unternehmen so niedrige Verkaufspreise leisten? Einige von ihnen sparen selber – und zwar an Umweltschutz und Arbeitsstandards in ihren Lieferketten.

Für Konsument*innen ist es am Black Friday, aber auch im ganzen restlichen Jahr praktisch unmöglich, beim Einkaufen zu beurteilen: Steckt in dieser Schokoladentafel Kinderarbeit? Haben die Näher*innen jenes T-Shirts einen fairen Lohn erhalten? Und unter welchen Bedingungen wurden eigentlich die Rohstoffe abgebaut, die in diesem Smartphone verarbeitet sind? Fest steht: Immer wieder nehmen deutsche Unternehmen in ihren Lieferketten Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen in Kauf. Die Liste mit Beispielen ist viel zu lang.

Ein starkes Lieferkettengesetz könnte das ändern: Egal ob jemand zur Schokolade, zum T-Shirt oder zum Smartphone greift – er oder sie wüsste dann: Das jeweilige Unternehmen hat auf Menschenrechte und Umweltschutz geachtet. Denn ein Lieferkettengesetz würde Unternehmen dazu verpflichten, Risiken ihrer globalen Geschäfte auf Menschenrechte und Umwelt zu ermitteln, wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen und darüber transparent zu berichten. Käme es dennoch zu einem Schadensfall – die Betroffenen hätten einen besseren Zugang zu deutschen Gerichten, um Schadensersatz einzufordern.

Doch so weit sind wir noch nicht. Während in Guatemala Unternehmen für den Anbau von Palmöl Regenwald roden und während in Westafrika Kinder auf Kakaoplantagen schuften, versuchen hierzulande die Wirtschaftsverbände alles zu tun, um ein Lieferkettengesetz zu verhindern. Und ihr Druck auf den Bundeswirtschaftsminister zeigt durchaus Wirkung: Bislang blockiert Peter Altmaier genau die Punkte, die ein Lieferkettengesetz wirksam machen würden.

Wir fordern von Minister Altmaier: Schluss mit dieser Blockadehaltung! Menschenrechte und Umweltschutz dulden keinen Aufschub mehr! Auch du kannst dich an den Minister wenden und jetzt eine Protestmail schicken. Denn ohne ein Lieferkettengesetz ist der Black Friday kein Grund zum Feiern – Rabatte auf Kosten von Mensch und Umwelt können wir uns sparen!“

Manfred Hellberg und Horst Hesse von der Lübecker Initiative Lieferkettengesetz

In der Breiten Straße lockten Geschäfte mit Sonderrabatten von 30%

Online-Filmveranstaltung: Death by Design – Die Dunkle Seite der IT-Industrie

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Das Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e.V. (BEI) lädt ein zur Online Filmveranstaltung mit anschließender Diskussion am

07. Dezember 2020, um 19:30 Uhr – online
Death by Design – Die Dunkle Seite der IT-Industrie

Um die Einwahldaten zu erhalten, wird um Anmeldung bis zum Vortag (6.12.) gebeten bei: jana.fischer@bei-sh.org

 

Bis 2020 werden vier Milliarden Menschen einen PC besitzen und fünf Milliarden ein Handy. Der Film erzählt die Geschichten von jungen chinesischen Arbeiter*innen, die unter unsicheren Bedingungen produzieren, von amerikanischen Familien, die mit den tragischen Folgen des Umgangs der Elektroindustrie mit toxischen Stoffen leben müssen und von Aktivistinnen und Aktivisten, die alles dafür tun, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
Referent: Peter Pawlicki, Electronics Watch

Anmeldung bis zum Vortag (6.12.) bei: jana.fischer@bei-sh.org

#BLACK FRIDAY – auf Kosten von Menschenrechten und Umweltschutz

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Die Initiative Lieferkettengesetz hat in der Black Friday Woche zu Aktionen aufgerufen, um darauf aufmerksam zu machen, dass diese „Schnäppchen“ nur auf Kosten von Menschenrechten und Umweltschutz möglich sind.

Beteilige auch du dich an dem Protest, mache auf die Produktionsbedingungen und die menschlichen Schicksale hinter den „Schnäppchen“ aufmerksam und poste in diesen Tagen Shared Pics, die wir hier als Download anbieten.

Empfohlene Hashtags: #BlackFriday #Lieferkettengesetz #BLACKFRIDAYschickSALE

Gern mit dem Hinweis auf: www.lieferkettengesetz.de/fallbeispiele

Wie sich Unternehmen den #BlackFriday leisten können? Sie sparen – an Menschenrechten und Umweltschutz. Lerne ein paar der vielen #BLACKFRIDAYschickSALE kennen: lieferkettengesetz.de/fallbeispiele

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