Kampagne

Fairtrade-Towns-Kampagne und wie Lübeck Fairtrade-Stadt wurde.

In Großbritannien, Australien und weiteren 21 Ländern gibt es sie: die „Fairtrade-Towns“. Mehr als 1000 Fairtrade-Towns sind es weltweit, darunter zum Beispiel London, Brüssel, Rom, San Francisco und Kopenhagen. Seit Januar 2009 kön- nen sich auch Kommunen in Deutschland bei der Siegelorgani-sation TransFair e.V. um den Titel „Fairtrade-Stadt“, “Fairtrade-Kreis“ oder „Fairtrade- Gemeinde“ bewerben. Über 120 Fairtrade-Towns gibt es mittlerweile in Deutschland, darunter Saarbrücken, Neuss, Dortmund und Marburg.
Lübeck ist seit November 2011 Fairtrade Stadt – als erste Stadt in Schleswig-Holstein. (Hier geht’s zur Lübeck-Seite der Fairtrade-Towns Webseite.)

Wie wird eine Stadt Fairtrade-Town?
Fünf Kriterien der Kampagne Fairtrade-Towns müssen erfüllt werden.

  1. Lübecks Bürgerschaft musste beschließen, dass bei allen Sitzungen der Ausschüsse und der Bürgerschaft sowie im Bürgermeisterbüro Fairtrade-Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus Fairem Handel verwendet wird. Es wurde die Entscheidung getroffen, als Stadt den Titel „Fairtrade-Stadt“ anzustreben.
  2. Wir haben eine lokale Steuerungsgruppe gebildet, die auf dem Weg zur „Fairtrade-Stadt“ die Aktivitäten vor Ort koordiniert.
  3. In Lübecks Einzelhandelsgeschäften werden gesiegelte Produkte aus Fairem Handel angeboten und in Cafés und Restaurants werden Fairtrade-Produkte ausgeschenkt. Für Lübeck waren dies bei Antragstellung 83 Einzelhandelsge-schäfte und 17 Cafés bzw. Restaurants.
  4. In öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen werden Fairtrade-Produkte verwendet und es werden dort Bildungsaktivitäten zum Thema „Fairer Handel“ durchgeführt. In Lübeck sind am Tag der Beantragung (15.09.2011) zwei Schulen beteiligt, 16 Kirchengemeinden, 6 Vereine und 22 öffentliche Einrichtungen.
  5. Die örtlichen Medien berichten über alle Aktivitäten auf dem Weg zur „Fairtrade-Stadt“. Das Interesse der Presse ist in Lübeck groß (siehe Presse).

Am Ziel: Nach Erfüllung aller Kriterien und Prüfung durch TransFair e. V. wird der Titel „Fairtrade-Stadt“ (bzw. Gemeinde/Kreis) für zunächst 2 Jahre vergeben. Danach erfolgt eine Überprüfung, ob die Kriterien weiterhin erfüllt sind.

Lübeck auf dem Weg zur Fair Trade Stadt und die Bedeutung

Fast alle Kriterien der Fairtrade-Towns-Kampagne waren in Lübeck bereits erfüllt als die Arbeitsgruppe Faire Stadt im Januar 2011 mit der Arbeit begann. Deshalb konnten wir schon Ende November 2011 die Auszeichnung “Fairtrade-Stadt” feierlich im Lübecker Rathaus entgegen nehmen.

Eine Fairtrade-Stadt zu sein, ist ein Prozess in dem es heißt, stetige Verbesserungen zu erreichen, neue Ideen umzusetzen und den Absatz fair gehandelter Produkte zu steigern.

Die eingerichtete Steuerungsgruppe (s. Kriterium 2) ist eine wichtige Institution, um auf bestehende Kontakte zurückzugreifen.

Mitglieder der Lübecker Steuerungsgruppe sind (in alphabetischer Reihenfolge): BUND Lübeck e.V., Bündnis90/Die Grünen Lübeck,  Das Culinarium, EVG Landwege eG, Fraktion grün+alternativ+links (GAL), Hotel an der Marienkirche, Hotel an der Stadtmauer, Kirchenkreis Lübeck Lauenburg, Konditorei Gaumenfreude, ONE Fairtrade Lübeck, Stadtverwaltung Lübeck, terres des hommes e.V Arbeitsgruppe Lübeck, Verbraucherzentrale SH Beratungsstelle HL, Weltladen Lübeck e.V.


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