Wie fair war der Handel des mittelalterlichen Hansebundes?

Vortrag von Prof. Dr. Harm von Seggern,
Historiker, Christian-Albrechts Universität zu Kiel

anschließend Diskussion der Frage:
Wie fair können die Hansetage und Hansestädte der Neuzeit sein?

Samstag, den 21.05.2016, 15:00 Uhr, Europäisches Hansemuseum Lübeck

Auf dem 34. Internationalen Hansetag 2014 in Lübeck hat der Faire Handel erstmals eine wichtige Rolle bei dem internationalen Städtebund „Die Hanse“ eingenommen.

Die Steuerungsgruppe Fairtrade-Stadt Lübeck konnte viele der ca. 500.000 Gäste des Hansetages auf dem „Fair-Bio-Regional-Markt“, bei Vorträgen und Workshops informieren und sensibilisieren, allein ca. 1000 Besucher beim „Freiluft-Hansebrunch“. Auch hatten 230 Lübecker Familien Gäste zu einem fairen Kaffee zu sich nach Hause eingeladen und bei allen offiziellen Veranstaltungen im Rathaus und der Musik- und Kongresshalle wurden Getränke aus fairem Handel ausgeschenkt.

Auch die Gremien der Hanse haben die Bedeutung des Themas erkannt. So hat sich das Präsidium für die Förderung der Fairtrade-Towns-Kampagne ausgesprochen und auch die Delegiertenversammlung hat beschlossen, dass der Faire Handel auf der Agenda eines jeden Hansetages stehen soll.

Zusammen mit dem Hansebüro, der YouthHansa, den Städten Hamburg, Rostock, Neuss u.a. bemüht sich die Steuerungsgruppe jetzt, auch mit Unterstützung von „Engagement Global-SKEW“ und „TransFair“ darum, dass die besagten Beschlüsse schnell umgesetzt werden.

Demnach liegt es nahe auch einmal nachzufragen: Wie fair war eigentlich der Handel des mittelalterlichen Hansebundes?

Die Steuerungsgruppe konnte Prof. Harm von Seggern gewinnen, jenen Vortrag, der schon 2014 auf dem 34. Hansetag begeisterte, während des in Lübeck stattfindenden Hanse-Kultur-Festivals erneut zu halten und lädt dazu herzlich ein.

Der Vortrag stellt anschaulich die wirtschaftsethischen Fragen jener Zeit dar. Gab es im Spätmittelalter Formen der Ausbeutung, Kinder- oder Sklavenarbeit? Spielte dies innerhalb der Hanse eine Rolle? Wie stellten sich die Produktionsbedingungen im städtischen und ländlichen Handwerk dar? Gab es im Mittelalter überhaupt eine Wirtschaftsethik, die man als Vorläufer des sozial gerechten, Fairen Handels der heutigen Zeit betrachten kann?

Im Anschluss an den Vortrag bleibt noch Zeit zum Gespräch, für Hinweise, wie die gefassten Beschlüsse umgesetzt werden können, und zur Diskussion der Frage:

Wie fair können die Hansetage und Hansestädte der Neuzeit sein?

Der Eintritt ist frei, Anmeldung nicht erforderlich.

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