SICHERE HÄFEN – STÄDTE ALS ZUFLUCHT
Lesung und Gespräch mit Dr. Volker M. Heins,
Migrationsforscher, Sozialwissenschaftler und Autor
Freitag, 28. August, 18:00 Uhr, VHS Hüxstraße 118-120, Lübeck
Moderation: Jahan Mortezai
Eintritt frei.
Können Sanctuary Cities eine Antwort auf nationale Abschottung sein? Eine internationale Analyse zur Zukunft offener Gesellschaften
Während sich die Grenzen vieler Staaten schließen und Regierungen auf Abschottung setzen, sind weltweit immer mehr Menschen durch Kriege, Umweltzerstörung und staatliche Willkür zur Flucht gezwungen. Auch eine rigorose Grenzpolitik unterbindet Migration nie völlig – aber wo können flüchtende Menschen noch ankommen, wenn der Staat sie zum Problem erklärt?
Eine Antwort findet sich in jenen Städten, die die praktische Unterstützung Geflüchteter und das solidarische Zusammenleben mit Migrant:innen zu ihrem Selbstverständnis gemacht haben – und sich damit aktiv gegen die nationale Politik ihrer Länder stellen. Sie helfen unabhängig von Herkunft oder Aufenthaltsstatus, entwickeln Ausweise für alle, die sich in der Stadt aufhalten wollen, unterstützen in juristischen Fragen, schützen vor polizeilicher Willkür. Städte dieser Art finden sich auf fast allen Kontinenten, sie heißen Sichere Häfen, Sanctuary Cities oder Città dell’accoglienza.
Auch die Hansestadt Lübeck hat sich dem Bündnis „Städte Sichere Häfen“ vor ein paar Jahren angeschlossen.
Volker Heins hat in Chicago, Kampala, Sheffield und Palermo, in Bremen, Berlin und Zürich recherchiert: Wie wirkt sich das Schutzversprechen für Menschen ohne Aufenthaltsstatus konkret aus? Ist das Selbstverständnis der Städte von Dauer oder bloße moralische Aufwallung, entsteht hier gar ein neuer Begriff urbaner Freiheit? Und was passiert, wenn Städte direkt vom Staat angegriffen werden – wie man zuletzt in den USA beobachten konnte, wo Donald Trump den Kampf gegen Sanctuary Cities zur Priorität erklärte?
Nach der Lesung wird die Möglichkeit gegeben sich auszutauschen und Fragen zu stellen.
Die Veranstaltung wurde organisiert von Fairtrade Stadt Lübeck e.V. in Kooperation mit dem Lübecker Flüchtlingsforum e.V., Humanistische Union Ortsgruppe Lübeck, der Flüchtlingsbeauftragten des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg, VHS Lübeck.
Wir bedanken uns für die finanzielle Föderung durch die Possehl-Stiftung.
