FAIR FOR FUTURE

Hervorgehoben

Lesungen und Diskussion mit Katharina Nickoleit
am Freitag, 30.09.2022, um 19:00 Uhr, VHS, Hüxstraße 118-120 in Lübeck
und mit einem anderen inhaltlichen Schwerpunkt
am Donnerstag, 29.09.2022, um 19:00 Uhr, Rathaus Stockelsdorf

Der Eintritt ist jeweils frei.

»Wir sind reich, weil ihr arm seid!«
Die Beziehungen zwischen Handelsunternehmen in den Industrieländern und Produzenten im Globalen Süden waren und sind häufig von ungleichen Machtpositionen, Abhängigkeiten und Ausbeutung geprägt. Um für mehr Gerechtigkeit zu sorgen, entstand 1970 die Bewegung des Fairen Handels. Im Laufe von 50 Jahren hat sie sich professionalisiert, ihr Siegel ist in jedem Supermarkt zu finden. Doch erfüllt der Faire Handel seine selbstgesteckten Ziele? Taugt er als Modell, um das Problem der globalen Ungleichheiten anzugehen?
Und genügt er heutigen Forderungen nach Nachhaltigkeit?
Gerd Nickoleit war Mitbegründer des Fairhandelshauses GEPA . Zusammen mit seiner Tochter Katharina zieht er in diesem Buch eine Bilanz der letzten 50 Jahre und stellt erfolgreiche Projekte aus aller Welt vor. Außerdem setzen sich die beiden mit der
Zukunftsfähigkeit des Fairen Handels auseinander, mit den Herausforderungen und Chancen, die etwa die Fridays for Future Bewegung bietet, und mit dem geplanten Lieferkettengesetz.
Fest steht: Ein gerechtes Welthandelssystem ist nach wie vor bitter nötig, und der Faire Handel zeigt, dass es möglich ist!

Gerd Nickoleit, Jahrgang 1943, studierte Wirtschaft, war 1970 Mitbegründer des
Fairhandelshauses GEPA , entwickelte dessen Kriterien und brachte die »Jute statt Plastik«-Tasche aus Bangladesch nach Deutschland. Er ist Mitgründer der World Fair Trade Organization, leitete 30 Jahre lang die Grundsatzabteilung der GEPA und ist Ehrenvorsitzender des Forums Fairer Handel.
Katharina Nickoleit, Jahrgang 1974, wuchs als Tochter von Gerd Nickoleit mit dem Fairen
Handel auf, studierte Jura und Journalismus in Mainz, berichtet seit 2003 als freie Journalistin für den WDR, den Deutschlandfunk und die ARD aus dem Globalen Süden, Schwerpunkte sind Umwelt, Gesundheit und Globalisierung. Für ihre Features erhielt sie diverse Stipendien und Medienpreise. Bisher bei Ch. Links: »Bolivien. Ein Länderporträt« (2019).

FAIRE WOCHE 2022

Hervorgehoben

Fair steht dir – #fairhandeln für Menschenrechte weltweit

Unter dem Motto „Fair steht dir #fairhandeln für Menschenrechte weltweit“– beschäftigt sich die Faire Woche 2022 mit menschenwürdigen Arbeitsbedingungen und nachhaltigem Wirtschaften in der Textil-Lieferkette.

Der Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch vor knapp neun Jahren hat viele Menschen wachgerüttelt. Das große Unglück, bei dem über 1.100 Menschen starben, steht noch heute als Beispiel für die katastrophalen Zustände in den Fabriken der Textilindustrie. Einige positive Entwicklungen haben seitdem stattgefunden, doch noch immer gilt die Textil-Lieferkette als extrem anfällig für Menschenrechtsverletzungen und Umweltprobleme. Unbezahlte Überstunden, ein Lohn, der nicht zum Leben reicht und fristlose Kündigungen sind nur ein Teil der Problematik. Schnell wechselnde Kollektionen und Modetrends, niedrige Preise und Fast Fashion kommen hinzu und erhöhen den Druck auf Näher*innen im Globalen Süden, die innerhalb kürzester Zeit Massen an Kleidung produzieren.

Bundesweit finden zur FAIREN WOCHE wieder zahlreiche Veranstaltungen rund um das Thema Fairer Handel statt, siehe: https://www.faire-woche.de/kalender/kalender

Veranstaltungen und Aktionen in Lübeck

Der Lübecker Weltladen in der Hüxstraße lädt ein:

17.09.2022, 11:00-16:00 Uhr zur Fairen Kaffeetafel
24.09.2022, 11:00-16:00 Uhr zur Kleidertauschparty
29.09.2022, 16:00-18:30 zum Stadtrundgang zum Thema Fast Fashion und Fair Fashion

Auch das Hotel an der Marienkirche ist „MIT MANGO IN DEN FEIERABEND“ wieder mit zwei köstlichen Angeboten dabei, und zwar am Donnerstag, 15.09.2022 von 16:00-20:00 Uhr sowie am Mittwoch, 28.09.2022, von 16:00-20:00 Uhr. Um Anmeldung wird bis zwei Tage vor Termin gebeten: info@hadm.de oder telefonisch unter (0451) 799410.

In der Verbraucherzentrale in der Fleischhauerstraße finden wie (fast) jedes Jahr Verkostungen unterschiedlicher fair gehandelter Produkte statt. Termine siehe: https://www.faire-woche.de/kalender/kalender

Zum Abschluss der FAIREN WOCHE haben sich die Fairtrade Gemeinde Stockelsdorf und Fairtrade Stadt Lübeck zusammengetan und Katharina Nickoleit zu einer Lesung aus dem Buch FAIR FOR FUTURE eingeladen. Am Donnerstag, 29.09. liest die Journalistin um 19:00 Uhr im Rathaus in Stockelsdorf und mit einem anderen inhaltlichen Schwerpunkt am Freitag, 30.09., um 19:00 Uhr in der VHS, Hüxstraße 118-120 in Lübeck.
Der Eintritt ist jeweils frei.

Weitere Infos über das Buch und das Autor*innenteam siehe: http://www.fairtrade-stadt-luebeck.de/fair-for-future/

Alle Veranstaltungen zur FAIREN WOCHE auf einen Blick:

Elf Jahre Fairtrade-Stadt Lübeck

Hervorgehoben

Das muss gefeiert werden!

Wir laden herzlich ein zum
Jubiläumsfest 11 Jahre Fairtrade Stadt Lübeck am Sonntag, 11. September 2022,
ab 16 Uhr im Altstadtbad Krähenteich, An der Mauer 51 in Lübeck.

Vor elf Jahren wurde die Hansestadt Lübeck als Fairtrade-Stadt ausgezeichnet und sind damit wir Teil des weltweiten Engagements für Fairen Handel. Dieses Jubiläum möchten wir gemeinsam mit vielen Menschen feiern.

Kommt zu unserem Fest und lasst Euch von dem Bühnenprogramm verzaubern, musikalisch inspirieren, informieren und bespaßen.

Für Kinder gibt es Spiel & Spaß mit Seifenblasen, Parcours-Reiten auf Stockpferden und einem kleinen Workshop mit Kakaobohnen. Bis 18:30 Uhr darf natürlich auch gebadet werden.

Wir freuen uns!

Programm

16:30 Uhr Tjark Schlößer, einer der jüngsten Profi-Zauberkünstler Norddeutschlands
18:00 Uhr TonTalente Lübeck, Musik zum Mitmachen
18:45 Uhr Fair Trade Talk, Podiumsrunde mit:

  • Silke Langmaack, Vorstand Fairtrade Stadt Lübeck e.V. und Unternehmerin
  • Jan Lindenau, Bürgermeister der Hansestadt Lübeck
  • Ilka Wäsche, Landwege e.V.
  • Martin Weber, Bündnis Eine Welt SH e.V.
  • Moderation Katja Mentz, Steuerungsgruppe Fairtrade Stadt Lübeck

19:30 Uhr 1N5STANT SL, Improtheater
20:30 Uhr LERM mit E, melodischer Gitarren-Pop aus Lübeck
ab 21:00 Uhr leises Ausklingen

Eintritt 2,50 € / 1,50 €, ab 18:30 Uhr Eintritt frei

Mitglieder der Steuerungsgruppe Fairtrade Stadt Lübeck, Foto: Anja Doehring

Nachhaltig schenken – leicht gemacht!

Hervorgehoben

Die Steuerungsgruppe „Fairtrade-Stadt Lübeck“ hat ihren Stadtplan für nachhaltigen Konsum neu aufgelegt. Mit ihm kann man sich rasch informieren, wo faire, biologische und regionale Geschenke zu finden sind, die den Anforderungen hinsichtlich einer Nachhaltigkeit gerecht werden. Der Stadtplan bietet auch Informationen über die Hintergründe des Fairen Handels und die damit verbundenen wichtigsten Siegel.

Wenn wir konsequent nachhaltig gesiegelte Produkte bevorzugen – und das nicht nur zur Weihnachtszeit – dann können wir sicher sein, dass ökologische und soziale Standards in der Lieferkette erfüllt und damit beispielsweise ausbeuterische Kinderarbeit ausgeschlossen werden. Denken wir beim Weihnachtseinkauf auch daran, dass sich durch die Corona-Pandemie soziale Ungleichheit, Armut und Hunger in den Ländern des Südens noch zusätzlich verschärft haben.

Gute Lebens- und Arbeitsbedingungen sind für alle Menschen möglich, für die Erzeuger und für uns als Verbraucher, indem wir FAIR.BIO.REGIONAL einkaufen. TUN WIR`S!

Dom Helder Camara, der frühere brasilianische Erzbischof, sagte einmal: „Wenn ihr gerechte Preise bezahlt, dann könnt ihr eure Almosen behalten.

Der Stadtplan ist in gedruckter Form u.a. an den folgenden Orten ausgelegt: Lübecker Rathaus, VHS, Verbraucherzentrale, MUK, LTM, Musikhochschule, Weltladen, ONE-Fairtrade-Shop, Landwege, Koki, Café Marlistro, Die Gemeinnützige, Café Camino, Buchhandlung Makulatur, Ev. Frauenwerk, Haus der Kulturen, Bücherpiraten, Werkhof

und hier als Download: FAIR BIO REGIONAL Stadtplan 2021

Faire Woche in Lübeck für ein Lieferkettengesetz JETZT!

Hervorgehoben

Während die Bundesinitiative Lieferkettengesetz mit über hundert zivilgesellschaftlichen Organisationen vergangenen Mittwoch in Berlin am Bundeskanzleramt demonstrierte und mehr als 222.222 Unterschriften einer Petition symbolisch überreichte, wurde die Kabinettsdebatte zu den Eckpunkten des Lieferkettengesetzes erneut verschoben.

In Lübeck engagiert sich die Steuerungsgruppe Fairtrade Stadt Lübeck und die Lübecker Initiative Lieferkettengesetz seit Monaten für gesetzlich verbindliche Regelungen und wirbt aktuell mit einer Plakataktion für Fairen Handel.

Die Einhaltung von Menschenrechten sowie der Schutz der Umwelt sind nicht verhandelbar“, so Katja Mentz, Sprecherin der Steuerungsgruppe Fairtrade Stadt Lübeck. „Ein wirksames Lieferkettengesetz ist überfällig.“ Um dieser Forderung Ausdruck zu verleihen, hat die Gruppe, die sich seit über zehn Jahren für Faire Handelsbedingungen einsetzt, an 28 Werbeflächen in der Stadt Plakate hängen lassen. „Mit dem Plakat wollen wir einerseits auf die Forderung nach einem Lieferkettengesetz aufmerksam machen und gleichzeitig auf unser Engagement als Fairtrade Stadt Lübeck hinweisen. Viele Lübecker Geschäfte, Gaststätten, Hotels, Vereine und Organisationen engagieren sich seit Jahren für Fairen Handel mit Ländern des Globalen Südens. Was von wenigen auf freiwilliger Basis praktiziert wird, muss für alle Unternehmen gelten. Wir dürfen nicht akzeptieren, dass im Rahmen globaler Lieferketten Millionen Menschen, darunter auch Kinder, ausgebeutet werden oder ihnen durch produktionsbedingte Umweltzerstörungen die Grundlage zum Leben entzogen wird. Hinzu kommt, dass menschenunwürdige, teilweise lebensbedrohliche Zustände in fernen Produktionsstätten immer wieder dazu geführt haben, dass die dort arbeitenden Menschen mit ihrem Leben dafür zahlen, dass deutsche Unternehmen möglichst billig produzieren lassen“, so Katja Mentz.

Aktionen in der FAIREN WOCHE
Im Rahmen der Fairen Woche beteiligt sich die Steuerungsgruppe Fairtrade Stadt in diesem Jahr außerdem am PARKing Day, am 18. September in der Beckergrube mit einer Postkartenaktion und zeigt gemeinsam mit der Lübecker Initiative für ein Lieferkettengesetz (LILi) am Freitag, 25.9., um 18:30 Uhr den Film „Todschick – die Schattenseite der Mode“ im Museum für Natur und Umwelt (Anmeldung und weitere Infos unter http://www.fairtrade-stadt-luebeck.de/fair-statt-mehr-veranstaltungen-in-der-fairen-woche/). Auch bei diesen Veranstaltungen wird es um die aktuelle Debatte auf Bundesebene und die Wirkung eines Lieferkettengesetzes gehen.

Wir sind wütend, dass sich insbesondere Wirtschaftsminister Peter Altmaier immer wieder über die Forderungen hinwegsetzt, endlich für einen wirksamen Schutz von Menschenrechten und Umwelt zu sorgen“, so Horst Hesse Gründungsmitglied der Initiative Lieferkettengesetz in Lübeck. Und auch Manfred Hellberg, der sich als Mitglied des BUND SH für einen wirksamen gesetzlichen Rahmen einsetzt, kritisiert das Wirtschaftsministerium scharf. „Nach Vorstellung des Wirtschaftsministers Altmaier soll ein Lieferkettengesetz nur für Unternehmen ab 5.000 Mitarbeitenden gelten und der zivilrechtliche Durchsetzungsmechanismus entfallen. Dies hätte zur Folge, dass Betroffene von Menschenrechtsverletzungen kaum eine Möglichkeit hätten, Entschädigungen vor deutschen Gerichten einzufordern.“

Genau so sieht es Johannes Schorling, Referent für Wirtschaft und Menschenrechte bei INKOTA: „Ein Lieferkettengesetz ohne Haftung wäre ein zahnloser Tiger. Geschädigte müssen hierzulande gegen ein Unternehmen vor Gericht ziehen können, wenn das Unternehmen von Menschenrechtsverletzungen bei seinen Zulieferern wusste und nichts dagegen unternommen hat. Eine solche Regelung ist verhältnismäßig und zumutbar.“

Mit Blick auf die Debatten innerhalb der Bundesregierung kritisiert die Bundesinitiative Lieferkettengesetz, dass nach der Vorstellung von Herrn Altmaier ein Lieferkettengesetz nur einen Bruchteil der Unternehmen erfassen würde, die in Deutschland Geschäfte machen. Sogar Unternehmen wie H&M und Ritter Sport, die selbst ein Lieferkettengesetz fordern, würden durch das Raster fallen“, betont Christian Wimberger, Referent für Unternehmensverantwortung bei der Christlichen Initiative Romero (CIR).


Bereits die früheren Eckpunkte hatten zu Kritik seitens der Zivilgesellschaft geführt, da sie nur Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland in die Pflicht nehmen wollten und keine umweltbezogenen Sorgfaltspflichten umfassten. Viola Wohlgemuth, Kampaignerin für Textil und Konsum bei Greenpeace, erklärt: „Wirtschaftsminister Altmaier verzögert erneut ein wirksames Lieferkettengesetz. Dabei ist auch ihm klar, dass Umwelt- und Menschenrechtsverbrechen gerade am Anfang von Lieferketten und damit in Produktionsländern außerhalb der EU begangen werden. Die Werte eines christlich-demokratischen Wirtschaftsministers dürfen nicht an den Landesgrenzen haltmachen. Denn ein Lieferkettengesetz ist nur dann wirksam, wenn es die ganze Länge der Kette abdeckt – von der Produktion der ersten Faser in Indien, über das Färben in China bis zum Verkauf der Jeans in Deutschland.“

Weiterführende Informationen:

www.fairtrade-stadt-luebeck.de

 

Rückenwind für Lieferkettengesetz aus Schleswig-Holstein

Hervorgehoben

Politik und Zivilgesellschaft reagieren auf erneutes Durchfallen im Monitoring des Nationalen Aktionsplans „Wirtschaft und Menschenrechte“
Die Ergebnisse zur abschließenden Überprüfung des „Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte“ liegen vor. Sie zeigen erneut: Zu wenig Unternehmen nehmen sich dem Thema Menschenrechte an.
Zivilgesellschaft verlangt gesetzlichen Rahmen Zivilgesellschaftliche Forderungen nach einem Gesetz werden durch das erneute Durchfallen der Unternehmen im Monitoring bestätigt. Die bundesweite Initiative Lieferkettengesetz verlangt unter anderem Berichtspflichten und Sanktionen für Unternehmen, die ihre Sorgfaltspflichten vernachlässigen.
In Schleswig-Holstein wird die Initiative von einem landesweiten Zusammenschluss aus NGOs, kirchlichen Akteuren und Gewerkschaften unterstützt. Die Koordination der gemeinsamen Aktivitäten liegt beim Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e. V.
Geschäftsführer Martin Weber kommentiert das Ergebnis des Monitorings:
„Dass nach vier Jahren Aktionsplan von der Bundesregierung kein besseres Ergebnis vorgelegt werden kann, ist beschämend. Wenn 88 Prozent der befragten Unternehmen sich bekennen, keine ausreichenden Maßnahmen zum Schutz von Menschenrechten zu ergreifen, ist klar, dass ein Gesetz überfällig ist. Dass es Handlungsspielräume für sozial und ökologisch nachhaltigeres Wirtschaften gibt, ist durch positive Beispiele ausreichend bewiesen.“
Auch Uwe Polkaehn, Vorsitzender DGB Nord, verlangt hierfür nach einer gesetzlichen Lösung:
„Jetzt ist der Gesetzgeber gefordert. Ein verbindliches Lieferkettengesetz sorgt schließlich auch für Wettbewerbsgleichheit für all jene Unternehmen, die sich ihrer sozialen Verantwortung gestellt haben. Zur Qualität von Produkten und Dienstleistungen muss immer auch die Qualität der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen gehören, die diese herstellen. Menschenrechte sind unveräußerlich und dürfen nicht Bestandteil von wirtschaftlichem Wettbewerb sein.“
Die Krise zeigt: Das Gesetz ist nötig Die Konsequenzen unternehmerischer Verantwortungslosigkeiten haben sich zuletzt besonders in der Corona-Krise deutlich gezeigt. Viele Unternehmen hätten neben dem hygienischen “Social Distancing” besonders gegenüber ihren Zulieferern im globalen Süden “Moral Distancing” betrieben, argumentiert die Initiative Lieferkettengesetz.

Susanne Schöttke, Landesleiterin ver.di Nord, erklärt hierzu:
„Es ist unerträglich, dass es immer noch Unternehmen gibt, die ungestraft und schamlos die Ausbeutung von Arbeiter*innen oder auch extrem gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen in Kauf nehmen, nur um im globalen Wettbewerb Gewinne einzustreichen. Und es ist ein Irrglaube, dass sich solche Zustände durch Selbstverpflichtungen ändern würden. Wir brauchen jetzt zwingend ein
verbindliches Lieferkettengesetz, das die Unternehmen hart in die Verantwortung nimmt.“
Eine Petition der Initiative Lieferkettengesetz fordert von der deutschen Bundesregierung, endlich einen gesetzlichen Rahmen zu schaffen, mit dem Unternehmen dazu verpflichtet werden, sich an Menschenrechte und Umweltstandards zu halten. Sie wurde bereits über 200.000mal gezeichnet.
Schleswig-Holstein für das Lieferkettengesetz?
Erste Landesregierungen haben ihre Unterstützung für ein Lieferkettengesetz erklärt. In Thüringen und Hamburg wurden entsprechende Bekenntnisse in Koalitionsverträge aufgenommen. Die Frage, ob und wie ein Lieferkettengesetz unterstützt werden soll, stellt sich spätestens jetzt auch für Schleswig-Holstein.
Eine diesbezügliche Anfrage an die Staatskanzlei, konnte bis jetzt nicht beantwortet werden.
Von den Grünen erklärte Landtagsabgeordneter Joschka Knuth zu dem Thema kürzlich:
„Die Ergebnisse der Unternehmensbefragung der Bundesregierung belegen einmal mehr, dass wir dringenden Handlungsbedarf für ein substantielles Lieferkettengesetz haben. Zu viele Unternehmen können die Einhaltung von Menschenrechten und Sozialstandards in ihren Produktions- und Lieferketten nicht nachweisen. Dafür braucht es in Zukunft gesetzliche Regelungen.“
Aus der Opposition wird indes ein klares Bekenntnis des Landtags zum Lieferkettengesetz gefordert.
Landtagsabgeordnete Kerstin Metzner von der SPD meint hierzu:
„Die schleswig-holsteinische SPD-Fraktion steht zu den Bestrebungen ihres Bundesarbeitsministers Hubertus Heil, der zusammen mit Entwicklungsminister Gerd Müller seit Monaten ein Lieferkettengesetz auf den Weg bringen will. Die deutsche Wirtschaft muss ihrer Sorgfaltspflicht bei der Herstellung von Produkten von der Rohstoffgewinnung über die Herstellung bis zur Vermarktung gerecht werden. Wir werden ein entsprechendes Bekenntnis vom Schleswig-Holsteinischen Landtag
einfordern.“
Bereits 2015 hatte das Bündnis Eine Welt e.V. begleitet durch die Landesregierung Vorschläge zu entwicklungspolitischen Leitsätzen v formuliert. Der Vorschlag an den Landtag heißt unter anderem:
„Das Land Schleswig-Holstein bekennt sich zum Wirtschaften nach ökologischen und sozialen Standards im In- und Ausland. Das beinhaltet die unbedingte Einhaltung von Menschenrechten im gesamten Wirtschaftshandeln und die Durchsetzung grundlegender Arbeitsrechte in der gesamten Produktionskette (ILO-Kernarbeitsnormen).“
Bundesminister Heil und Müller bereiten Gesetz vor
Aus den Bundesministerien für Arbeit und Soziales sowie für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wird nun ein Gesetz zur Regelung unternehmerischer Sorgfaltspflichten erwartet. Erste Eckpunkte vi für ein Gesetz waren bereits im Juni bekannt geworden.Durch eine Überarbeitung des Eckpunktepapiers wird der Gesetzgebungsprozess jetzt vorbereitet und die menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten als Prozess definiert. Kritisch an den bisherigen Punkten ist, dass das Papier beim Thema Rechtsschutz für Betroffene nicht weit genug geht. Eine
fehlende Beweislastumkehr sowie vorgeschlagene Haftungsprivilegierung für Unternehmen in Brancheninitiativen sind nicht im Sinne eines effektiven Rechtsschutzes. Auch eine Beschränkung auf Unternehmen ab einer Größe von 500 Beschäftigten eröffnet unnötige Schlupflöcher im gesetzlichen Rahmen.

gez. Steuerungsgruppe Initiative Lieferkettengesetz Schleswig-Holstein
Mitglied in der Steuerungsgruppe Initiative Lieferkettengesetz Schleswig-Holstein sind Brot für die Welt im Diakonischen Werk Schleswig-Holstein, Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e. V., BUND Schleswig-Holstein, DGB Bezirk Nord, Eine Welt im Blick e.V., Evangelische Regionalzentrum Westküste, Frauenwerk der
Nordkirche, Kampagne Saubere Kleidung – Aktivgruppe Kiel, Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt der Nordkirche, Kirchlicher Entwicklungsdienst der Nordkirche, ver.di Landesbezirk Nord, Zentrum für Mission und Ökumene – Nordkirche weltweit.

LILi sammelt Unterschriften am Brink

Hervorgehoben

An den kommenden Samstagen 13., 20. und 27. sammelt die Lübecker Initiative für ein Lieferkettengesetz von 10 bis 13 Uhr auf dem Markt am Brink Unterschriften für die bundesweite Petition.

„Am 13. Juni erhalten wir um 11 Uhr Unterstützung von Gabriele Hiller-Ohm, Mitglied der SPD im Bundestag. Darüber freuen wir uns sehr!“, so Horst Hesse, Mitbegründer der Lübecker Initiative.

Die dazu gehörige Pressemitteilung von Frau Hiller-Ohm veröffentlichen wir im Wortlaut:
„Es wird endlich Zeit für ein Lieferkettengesetz!

Die Globalisierung der Märkte ist weit fortgeschritten, sie erhöht unseren Lebensstandard und bereichert unseren Alltag. Heute stammen sehr viele Produkte, die für unser tägliches Leben wichtig und selbstverständlich sind, aus Entwicklungsländern. Doch noch viel zu oft bauen wir unseren Wohlstand auf dem Rücken der Menschen in den Produktionsländern auf. Viele der Produkte und Rohstoffe, die wir von dort erhalten, werden unter untragbaren Arbeits- und Umweltbedingungen, für Hungerlöhne oder sogar mit ausbeuterischer Kinderarbeit hergestellt oder abgebaut. Ein Lieferkettengesetz würde Unternehmen verpflichten, Sorgfaltsmaßnahmen zu ergreifen, um Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen weltweit zu vermeiden. In Lübeck hat sich Anfang des Jahres die „Lübecker Initiative Lieferkettengesetz (LILi)“ als Teil der bundesweit agierenden „Initiative Lieferketten“ gegründet, um für ein starkes Lieferkettengesetz zu werben. Auf Landesebene koordiniert das Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e.V. die Bundeskampagne Lieferkettengesetz und unterstützt Aktionsgruppen vor Ort. Im Gespräch mit der Lübecker Bundestagsabgeordneten Gabriele Hiller-Ohm (SPD) haben Mitglieder der Initiative auf diese Problematiken hingewiesen und darauf gedrängt, ein Lieferkettengesetz möglichst rasch umzusetzen.

Die Initiative wird die nächsten drei Samstage von 9.00 bis 13.00 Uhr mit einem Infotisch auf dem Brink vor Ort sein, um über ein Lieferkettengesetz zu informieren und Unterschriften für die Petition zu sammeln. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm wird die Initiative am kommenden Samstag, den 13. Juni ab 11.00 Uhr bei ihrem Engagement unterstützen.

Hierzu äußert sich Gabriele Hiller-Ohm, Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales, wie folgt:

„Die Selbstverpflichtungen der Wirtschaft oder Regelungen auf freiwilliger Basis sind bisher leider hinter allen Ankündigungen zurückgeblieben. Vertreter:innen der deutschen Wirtschaft haben in den vergangenen Monaten vielmehr deutlich gemacht, dass die Einhaltung von Menschenrechten im Rahmen ihrer Lieferketten keine Priorität genießt. Daher sind klare gesetzliche Regelungen, die Unternehmen zur Kontrolle ihrer Lieferketten verpflichten und strikte Arbeitsschutzbestimmungen vorschreiben notwendig. Bundesminister Hubertus Heil (SPD) und Dr. Gerd Müller (CSU) haben bereits ein Lieferkettengesetz in Arbeit. Dieses muss nun rasch umgesetzt werden und darf nicht weiter vom Bundeswirtschaftsministerium und dem Kanzleramt ausgebremst werden!

Das entspricht auch unserer Verantwortung als Handels- und Industrienation. Wir stehen in Deutschland und Europa für ein Wirtschaftsmodell, das faire Löhne, menschenwürdige Arbeit und Umweltschutz ins Zentrum stellt. Wenn wir wollen, dass Globalisierung und freier Handel überall Akzeptanz finden und die Ursachen für Flucht und Nationalismus bekämpft werden, dann müssen wir den Welthandel fairer gestalten und von Unternehmen die Pflicht zur Achtung der Menschenrechte und Umweltstandards einfordern. Dafür werden wir auch die kommende deutsche EU-Ratspräsidentschaft intensiv nutzen.

Unternehmen in Deutschland können zu einer nachhaltigen globalen Entwicklung beitragen, indem sie international anerkannte soziale und ökologische Mindeststandards in ihren Lieferketten sicherstellen. Viele Unternehmen gehen bereits freiwillig voran. Aber nur ein verbindlicher Rahmen schafft Rechtsklarheit und gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Unternehmen. Ein Lieferkettengesetz stärkt die Rechte der Betroffenen und schafft Rechtssicherheit für Unternehmen.

Ich freue mich sehr, dass sich in Lübeck ein lokaler Ableger der bundesweiten „Initiative Lieferkettengesetz“ gegründet hat. Um ein Lieferkettengesetz bestmöglich umzusetzen, müssen wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen und politischen Druck aufbauen. Eine Möglichkeit das zu tun ist, die Petition der Initiative mit zu unterzeichnen. Diese findet man unter: www.lieferkettengesetz.de. Bundesweit haben sich neben den zahlreichen zivilgesellschaftlichen Organisationen auch bereits über 80 Unternehmen der Initiative angeschlossen. Sie treten für die Einführung eines verbindlichen Lieferkettengesetzes ein – auch um auf dem Markt gleiche Bedingungen für deutsche Unternehmen herzustellen. Die Hansestadt Lübeck geht ja schon heute mit gutem Beispiel voran. Als Fairtrade Stadt Lübeck wird fairer Handel weltweit unterstützt. Das muss nun auch für Unternehmen verpflichtend gelten!“

Aktion zum Lieferkettengesetz am Weltladentag 2020

Hervorgehoben

Vor dem Beginn der Corona-Pandemie war viel Bewegung in die politische Debatte um ein Lieferkettengesetz gekommen. Die Unterstützung für ein Lieferkettengesetz in Deutschland ist im letzten Jahr deutlich gewachsen. Nun dominiert die Corona-Krise das öffentliche Leben und die politische Debatte.

Was bedeutet das für die Diskussion über ein Lieferkettengesetz?

„Gemeinsam mit der Initiative Lieferkettengesetz halten wir daran fest, dass noch in dieser Legislaturperiode ein Lieferkettengesetz in Deutschland erarbeitet werden soll. Denn die aktuelle Situation zeigt uns deutlich, warum Menschenrechte entlang globaler Lieferketten stärker in den Fokus müssen. Gerade am Anfang der Lieferkette sind Produzent*innen und Arbeiter*innen aufgrund fehlender Absicherung besonders gefährdet“, heißt es in dem Aufruf des Dachverbands der Weltläden.

 

Wer die bundesweite Kampagne Initiative Lieferkettengesetz unterstützen und vor Ort aktiv werden möchte, sende eine E-Mail an: info@fairtrade-stadt-luebeck.de

In dem dreiminütigem Videoclip wird erklärt, worum es geht:
Lieferkettengesetz: Was muss drin sein?

 

7 Jahre nach Rana Plaza – wir gedenken in Aktion

Hervorgehoben

Am 24. April 2013 starben in Sabhar 1136 Menschen, 2438 wurden verletzt. Der Gebäudeeinsturz des Rana Plaza war der größte Fabrikunfall der internationalen Textilindustrie und zumindest eine indirekte Folge eines unerbittlichen Preiskampfes.

Überlebende und Angehörige leiden bis heute unter den Folgen des Unfalls. Das Projekt After Rana Plaza dokumentiert ihre Geschichten und Leidenswege.

Unmittelbar nach dem Unglück folgten Solidaritätsbekundungen mit den Opfern der unmenschlichen Arbeitsbedingungen in Textilfabriken. Doch das System Fast-Fashion lebt weiter.

COVID-19-Krise führt zu mehr Not in den Lieferketten.

In der COVID-19-Krise sind es wieder die Arbeiter*innen an den unteren Enden der Produktionsketten, welche die ungebremsten Auswirkungen zu spüren bekommen. Wo Aufträge storniert werden entfallen Arbeitsplätze und der Preisdruck steigt. Trotz Infektionen bleiben Fabriken unter großem Infektionsrisiken geöffnet. Die wirtschaftliche Not der Näher*innen steigt.

Lesen Sie dazu Hintergrundberichte über die aktuelle Lage auf www.business-humanrights.org.

Wir brauchen ein Gesetz!

Die momentane Situation zeigt deutlich, freiwillige Selbstverpflichtungen und Initiative sind kein zuverlässiger Schutz für Menschenrechte und Umwelt in globalen Lieferketten. Gerade in wirtschaftlichen Krisen trägt Freiwilligkeit nicht weit.

Das Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e. V., Brot für die Welt im Diakonischen Werk Schleswig-Holstein, die Lübecker Initiative Lieferkettengesetz (LILi), die Steuerungsgruppe Fairtrade Stadt Lübeck und das Evangelische Regionalzentrum Westküste fordern deshalb mit der Initiative Lieferkettengesetz endlich eine gesetzliche Regelung der Sorgfaltspflicht für Menschenrechte und Umwelt.

Machen Sie mit!

#EsLiegtAufDerHand Lieferketten brauchen einen gesetzlichen Rahmen.

Anlässlich des Jahrestags des Rana Plaza-Fabrikunfalls rufen wir auf, sich für das Lieferkettengesetz in den Sozialen Medien zu positionieren.

Wie?
Posten Sie ein Selfie mit dem gesetzlichen Rahmen und beziehen Sie Stellung!

So geht’s

  1. Malen Sie das Logo der Initiative in deine Handfläche.
  2. Fotografieren Sie sich mit der Handfläche (Selfie).
  3. Teilen Sie das Foto zusammen mit einem kurzen Statement in den Sozialen Medien. Achten Sie darauf, dass das Statement mit „Es liegt auf der Hand…“ beginnt, um den Zusammenhang zwischen Bild und Text herzustellen.
  4. Verbinden Sie den Post mit den folgenden Hashtags

#EsLiegtAufDerHand
#GesetzlicherRahmen
#Lieferkettengesetz
#GegenGewinneOhneGewissen
#RememberRanaPlaza

Beispiel: Es liegt auf der Hand, freiwillig tragen Unternehmen nicht ihre Verantwortung für Mensch und Umwelt in den Lieferketten. Deshalb brauchen wir einen gesetzlichen Rahmen. #GesetzlicherRahmen #Lieferkettengesetz #GegenGewinneOhneGewissen

Wenn Sie möchten, können Sie auch auch Mitstreiter*innen auffordern mitzumachen oder die Nachricht direkt an die Bundestagsabgeordneten aus der Region adressieren (bspw. @Barbara Beispiel, @Max Mustermann, @Susanne Soundso)

Hinweis: Aus Datenschutzgründen sollten Sie nur Fotos von sich selbst teilen– ein echtes Selfie halt.

Ihre Ansprechpartnerin

Weitere Informationen und Kontakt:

Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e.V. (BEI),
Simone Ludewig (Projektleitung „Wirtschaft & Menschenrechte“), , www.bei-sh.org

Treffen der Lübecker Initiative Lieferkettengesetz (LILi)

Hervorgehoben

„Gegen Gewinne ohne Gewissen hilft nur noch ein gesetzlicher Rahmen“
Die Initiative Lieferkettengesetz ist seit Ende Februar auch in Lübeck aktiv und sucht weitere Unterstützung. Das nächste Treffen findet am Mittwoch, 11.3., 19 Uhr im Museum für Natur und Umwelt statt. Interessierte sind herzlich willkommen.

Die bundesweite Initiative Lieferkettengesetz fordert die Bundesregierung in einer Petition dazu auf, endlich – wie in Frankreich und den Niederlanden bereits geschehen, ein verbindliches Lieferkettengesetz einzuführen. Damit wären Unternehmen verpflichtet, die Wertschöpfungskette ihrer Produkte offenzulegen und darzulegen, ob bei der Produktion von Handelsgütern oder beim Abbau von Rohstoffen internationale Menschenrechte eingehalten werden, Kinderarbeit ausgeschlossen wird und keine Naturzerstörungen einhergehen, wie zum Beispiel für die Produktion von Palmöl riesige Flächen Regenwälder abgeholzt oder abgebrannt werden.

Auch in Lübeck hat sich eine Initiative gegründet, die sich für ein Lieferkettengesetz stark macht

Auf Einladung der Steuerungsgruppe Fairtrade Stadt Lübeck und des BUND hat sich Ende Februar die Lübecker Initiative Lieferkettengesetz (LILi) gegründet. Mit dabei sind bereits zahlreiche Lübecker Organisationen. In den kommenden Monaten soll durch Aktionen, Unterschriftensammlungen und Filmvorführungen darauf aufmerksam gemacht werden, dass es nicht ausreicht, die Verantwortung auf die Menschen als Konsument*innen zu schieben. Um zu erreichen, dass gewissenlose deutsche Unternehmen in Verantwortung und Haftung genommen werden, wenn sie gegen die Menschrechte verstoßen und die Zerstörung der Natur vorantreiben, braucht es eine klare Gesetzgebung.
Am Mittwoch, 11.03., um 19 Uhr findet das nächste Treffen der Initiative LILi im Gruppenraum des Museum für Natur und Umwelt statt.
Interessierte und Menschen, die die Initiative unterstützen möchten, sind herzlich willkommen.

Weitere Informationen gibt es hier: www.lieferkettengesetz.de

 

Gegen Gewinne ohne Gewissen hilft nur noch ein gesetzlicher Rahmen

Hervorgehoben

Die Steuerungsgruppe Fairtrade-Stadt Lübeck und der BUND-Lübeck laden ein:

Gründung der Lübecker Initiative Lieferkettengesetz (LILi) am 26.Februar um 19:00 Uhr im Museum für Natur und Umwelt, Musterbahn 8, 3. Stock (Studio)

Die Initiative Lieferkettengesetz ist ein Zusammenschluss zahlreicher Organisationen auf Bundesebene mit einem gemeinsamen Ziel. Sie treten ein für eine Welt, in der Unternehmen Menschenrechte achten und Umweltzerstörung vermeiden – auch im Ausland. Freiwillig kommen Unternehmen ihrer Verantwortung nicht ausreichend nach. Daher fordert die Initiative ein Lieferkettengesetz. Unternehmen, die Schäden an Mensch und Umwelt in ihren Lieferketten verursachen oder in Kauf nehmen, müssen dafür haften. Skrupellose Geschäftspraktiken dürfen sich nicht länger lohnen.

Die Initiative Lieferkettengesetz wird getragen von: Agl, Brot für die Welt, BUND, CIR, CorA, DGB,ECCHR_European_Center_Fot_Constitutional_And_Human_Rights, Forum FairerHandel, Germanwatch, Greenpeace, INKOTA, Misereor, Oxfam, Südwind, ver.di,WEED, Weltladen-Dachverband, WOEK-Werkstatt Ökonomie und anderen.

Nun ist es dringend notwendig in Lübeck aktiv zu werden und uns für ein faires Lieferkettengesetz einzusetzen. Die Kick-off-Auftaktveranstaltung mit dem Film „Die Grüne Lüge“  am 19. Februar 2020 im Vortragsraum des Museums für Natur und Umwelt war mit fast 80 Besucher*innen bereits ein erster schöner Erfolg.

Am 26.Februar zur Gründung der Initiative möchten wir mit allen Interessierten besprechen, was wir in Lübeck und Umgebung gemeinsam machen können. Mit Kooperationspartnerinnen und -partnern möchten wir möglichst viele Aktionen und Veranstaltungen durchführen, um die Notwendigkeit eines Lieferkettengesetzes bekannter zu machen und die Herausforderungen globaler Lieferketten lokal herunterzubrechen. Dabei wird sowohl die Zivilgesellschaft als auch die Politik und allen voran Unternehmen mit ihrem jeweiligen Beitrag zur Verbesserung der derzeitigen Bedingungen in den Blick genommen werden. Zur Finanzierung dieses Projektes haben wir einen Antrag bei BINGO-Lotto gestellt.

Kommen Sie zur Gründung der Initiative und werden Sie ein Teil davon.

Für die Steuerungsgruppe Fairtrade-Stadt Lübeck Horst Hesse & Manfred Hellberg für den BUND-Lübeck

Hauptstadt des Fairen Handels: Sonderpreis für Lübeck

Hervorgehoben

Mitglieder der Fairtrade Stadt Gruppe auf dem Weg nach Köln

Als Fairtrade Stadt Lübeck haben wir uns auch in diesem Jahr um den Titel Hauptstadt des Fairen Handels beworben. Seit 2011 trägt Lübeck diesen Titel und hat seither durch vielfältiges Engagement, Öffentlichkeitsarbeit und Faire Beschaffung einiges dazu beigetragen, dass auch in Lübeck der Wunsch nach globaler Gerechtigkeit und Einhaltung der Menschenrechte Verbreitung findet. In diesem Jahr hatten sich einhundert Fairtrade Städte um einen der zehn Preise beworben. Die Preisverleihung fand im Rahmen der  Veranstaltung „Fair begegnen – Fair gestalten. Kongress der Ideen und Taten“ vom 18. bis 20. September 2019 in Köln statt. Eine Delegation der Fairtrade Stadt Steuerungsgruppe reiste am Mittwoch mit dem Zug an. Bürgermeister Jan Lindenau hatte sich bereits eine Stunde früher auf den Weg gemacht.

Ankunft am Veranstaltungsort und Begrüßung durch Michael Marwede von Engagement Global:

Begrüßung durch Michael Marwede von Engagement Global

Überreichung des Sonderpreises an Bürgermeister Jan Lindenau und die Steuerungsgruppe

Stolz durften wir einen der fünf Sonderpreise entgegennehmen, dotiert mit 10.000 Euro. Ausgezeichnet wurde das Lübecker Projekt „Faire Hansestädte – Faire Hansetage“. Die Initiative ging 2013 von Horst Hesse aus, der auch drei Jahre zuvor die Kampagne „Fairtrade Towns“ in Lübeck gestartet hatte. Über die Auszeichnung freuen wir uns sehr. Zum einen motiviert die Anerkennung für unsere ehrenamtliche Arbeit. Zum anderen können wir mit dem Preisgeld weitere Ideen und Projekte des Fairen Handels in Lübeck initiieren und voranbringen.

Der erste Preis ging an die 40.000 Einwohner*innen zählende Gemeinde Neumarkt an der Oberpfalz. Wir gratulieren natürlich auch allen anderen Städten, die für ihr Engagement ausgezeichnet wurden!

Unter www.fairkongress2019.de  und www.fairtrade-deutschland.de wird ab Anfang Oktober eine breitgefächerte Dokumentation der Veranstaltung mit Bildmaterial, Videos und weiterem Anschauungsmaterial zur Verfügung gestellt.

Lübecker Kurzfilm wirbt für Fairen Handel

Hervorgehoben

In einem Kurzfilm, der aktuell über YouTube veröffentlicht wurde, wirbt die Hansestadt Lübeck für den Fairem Handel. Allen voran nennen Bürgermeister Jan Lindenau und Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer Möglichkeiten der Stadtverwaltung, durch den Einkauf von fair gehandelten Produkten einen Beitrag zu globaler Gerechtigkeit leisten zu können. Lübeck ist seit 2011 Fairtrade Stadt, als erste Stadt in Schleswig-Holstein. Zuvor erfolgte ein Beschluss der Bürgerschaft, bei städtischen Empfängen und Ausschusssitzungen Kaffee und Tee sowie weitere Produkte aus dem Fairen Handel zu beziehen. Eine Steuerungsgruppe koordiniert seither die zahlreichen Aktivitäten, wie zum Beispiel die Beteiligung am Hansetag, an der bundesweiten Fairen Woche oder bei Stadtfesten. Mit zahlreichen Informationsveranstaltungen informiert die Steuerungsgruppe seit Jahren laufend über das Thema. So gibt es mittlerweile über hundert Geschäfte, Betriebe und Organisationen, Schulen und Cafés sowie städtische Gesellschaften, die sich aktiv beteiligen. Eine kleine Auswahl davon kommt in dem Film zu Wort.

Teilt den Link gern in „Social Media“. Wir freuen uns sehr über Unterstützung!

Hier einige Aufnahmen „behind the scene“: Weiterlesen

Fairtrade Barkassenfahrt am 5. Juli 2015

Hervorgehoben

Die Steuerungsgruppe Fairtrade Stadt Lübeck lädt herzlich zur Fairtrade Barkassenfahrt am Sonn- tag, 5.7.2015 ein. Abfahrt der „Adolf Stühff“ ist um 15:30 Uhr an der Obertrave 15 a (hinter der Liebes-brücke). Die einstündige Fahrt rund um die Altstadtinsel kostet inklusive einer Tasse fair gehandeltem Bio- Kaffee, Tee und Kuchen 13 Euro (ermäßigt 10 Euro). Wer mitfahren möchte, wird gebeten sich anzumelden: Tel. (0451) 799 410 oder per eMail: info@hadm.de. Die Fahrt findet bei jedem Wetter statt. Unterwegs informieren wir über Fairen Handel und die Aktivitäten unserer Steuerungsgruppe.

Herzlich willkommen!

Hervorgehoben

Lübeck ist seit November 2011 ‚Fairtrade Stadt‘ –
als erste Stadt in Schleswig-Holstein.

Das bedeutet, dass wir uns vor Ort dafür einsetzen, den fairen Handel aktiv zu unter-stützen und durch unser Konsumverhalten in den Herstellerländern zu besseren Lebens- und Arbeitsbedingungen beitragen. Alle können sich daran beteiligen. Insbesondere Einzelhandel, Cafés und Restaurants, aber auch Vereine, Schulen, Kirchen können fair gehandelte Produkte verkaufen oder konsumieren.      
Haben Sie Interesse diese Kampagne zu unterstützen?
Machen Sie mit!

Fairer Handel im Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk

Afrika und Lübeck – Eine Spurensuche

Die Völkerkundesammlung ist mit der Ausstellung Afrika und Lübeck – Eine Spurensuche zu Gast im Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk.

Afrika und Lübeck verbindet eine mehr als 800jährige Geschichte. Die Ausstellung eröffnet mit dem Schwerpunkt Kolonialismus erstmalig ein bisher verdrängtes Kapitel unserer Stadtgeschichte. Es wird ein Bogen vom Sklavenhandel über die Industrialisierung und dem Boom von Kolonialwaren bis zum heutigen Fair Trade gespannt. Weiterhin soll es um die frühen Reisen, Aktivitäten und Eindrücke von Lübecker:innen in Afrika gehen.  

Am Samstag, 24.09.2022 ist im Rahmen der Ausstellung Fair Trade Familientag und von 11:00 – 17:00 Uhr der Eintritt frei. Mitglieder der Steuerungsgruppe Fairtrade Stadt sind mit einem Infostand und Aktivitäten für Kinder vor Ort.

Programm:
11:00 – 13:00 Uhr Papierfalten, es entstehen Elefanten, Zebra und Löwe
12:00 Uhr Vortrag Herr Marschall zu Blechmodellen und Entwicklungsarbeit in Madagaskar
13:00 Kurzfilme zu Fairem Handel
14:00 Kuratorenführung Dr. Lars Frühsorge
14:00 Kakao selbermachen (für Kinder)
15:00 Trommelworkshop mit Bacar Gadji
16:00 Führung zu den Objekten der Sonderausstellung Lukas C. Saul

Faire Schultüte

Zum Schulstart: Nur Bio und Faires kommt in die Schultüte!

„Weil uns die Gesundheit unserer Kinder am Herzen liegt, sollten wir auch unseren Konsum danach ausrichten. Aber auch die Gesundheit der Kinder in den Ländern des Südens muss dabei Berücksichtigung finden“, betont Roswitha Slemeyer, Mitglied der Steuerungsgruppe Fairtrade Stadt Lübeck, die sich für die Kampagne Faire Schultüte engagiert. „Noch immer arbeiten weltweit 150 Millionen Kinder in der Produktion. Ohne Schulbildung haben sie keine Chance, Armut, Hunger und Elend zu entkommen. Der Bio- und Faire Handel bietet den Eltern in den Ländern des Südens einen gerechten Preis, der es ihnen ermöglicht, ihre Kinder für eine gute Ausbildung in die Schule zu schicken. Beim Kauf von bio-fairen Produkten haben Sie die Sicherheit, dass ausbeuterische Kinderarbeit und Umweltschäden ausgeschlossen sind. Der Faire Handel garantiert die Einhaltung der Regeln der WFTO (World Fair Trade Organisation – das heißt gerechte Bezahlung, Deckung der Kosten für Lebensunterhalt und soziale Entwicklung. Inzwischen sind 80 % der fairen Produkte biologisch angebaut. Besuchen Sie zum Befüllen der Schultüten  den Weltladen, Hüxstraße 83 – 85, oder ONE Fairtrade, Königstr. 106 – 108, oder eine der Filialen von Landwege. Oder achten Sie im Supermarkt auf die Fair Trade und Bio Siegel. Im Weltladen und bei ONE Fairtrade gibt es eine reiche und schöne Auswahl von verschiedenen Produkten, die sich dafür eignen, z.B. Brotbox, Spielsachen wie Hüpfseile, Jonglierbälle, Maßbänder, Leder-Mäppchen, Geldbörsen, Spardosen, Perlen, Traumfänger … und auch Süßigkeiten wie Schokolade, Gummibärchen, Nüsse, Trockenfrüchte, Fruchtriegel. Mit unserem Einkaufszettel entscheiden wir ALLE, wie unsere Welt zukünftig aussehen wird. Setzen wir ein Zeichen für eine gerechtere und damit auch friedlichere Welt. So tragen wir zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern bei und vermindern damit Fluchtursachen.“

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ (Erich Kästner)

Download des Handzettel und des Plakats

FAIRER HANDEL beim HanseKulturFestival 2022

HanseKulturFestival 10.-12. Juni: Obertrave steht im Zeichen des Fairen Handels

Während des HanseKulturFestivals vom 10.6. bis 12.6. findet an der Obertrave ein FAIR+BIO+REGIONAL Markt statt. Mit leckeren Köstlichkeiten wie Quiche, Fair Trade Kaffee und Tee sowie kühlen Getränken sorgen Landwege evG und ONE Fair Trade Kaffeerösterei, Mitglieder der Steuerungsgruppe Fairtrade Stadt, für das leibliche Wohl. Das Lübecker Modelabel Green Size sowie das Modegeschäft Freistil bieten Kleidung für Groß und Klein aus öko-fairer Produktion, während der Goldene Hirsch mit Kunsthandwerk aus regionaler Produktion und das Fachgeschäft ONE Fairtrade mit international gefertigten Fair Trade Produkten dabei sein werden.
Dazu können sich Interessierte über Fairen Handel und das EU Lieferkettengesetz informieren und durch die Ausstellung „Der Weg zur Fairen Hanse“ erfahren, weshalb sich mittlerweile viele Hansestädte international auf den Weg gemacht haben, sich für Fairen Handel zu engagieren.

Kinderprogramm

Foto: Skuter, Quelle: www.piqs.de/ Some rights reserved

Während auf der großen Bühne Live Musik geboten wird, gibt es beim FAIR+BIO+REGIONAL Markt von Samstag bis Sonntag ein eigenes Programm für Kinder. Auf der kleinen Bühne und in dem Zelt daneben darf gemalt und gebastelt werden. Zu bestimmten Uhrzeiten gibt es Anleitung für die Papierfaltkunst Origami und Ilka Wäsche vom Verein Landwege zeigt Kindern, wie aus Kakaobohnen selbst Kakao hergestellt werden kann. Dieser darf anschließend natürlich auch getrunken werden.

Kleine Lieder und kleine Zaubereien für kleine (und auch gern für große) Menschen bringt das Theater am Tremser Teich am Sonntag zum Hansekulturfestival mit. Die Spielstätte für Kiddies & Co. aus der Warthestraße gastiert mit einer Mini-Lieder-Zauber-Show für Kinder am Sonntag, 12.6. auf der kleinen Bühne auf dem FAIR+BIO+REGIONAL Markt an der Obertrave. Zu erleben sind die Märchenfee „Fantasia“ mit ihrer zauberhaften Stimme und der Zauberer „Pepito“ mit wundersamen Geschichten. Beginn ist jeweils um 13.00 Uhr und um 15.30 Uhr.

Kinderprogramm mit Zeiten aller Angebote:

Welttag gegen Kinderarbeit!

Am Samstag, 11.6. weisen Mitglieder von Fairtrade Stadt Lübeck gemeinsam mit Simone Ludewig, vom Bündnis Eine Welt SH mit besonderen Aktionen darauf hin, dass weltweit 79 Millionen Kinder durch schwere und gefährliche Arbeit ausgebeutet werden. Auch deutsche Unternehmen tragen Verantwortung, den Schutz von Kindern vor wirtschaftlicher Ausbeutung zu achten. Das geplante EU-Lieferkettengesetz soll Unternehmen verpflichten, in ihren Lieferketten Sorgfaltspflichten einzuhalten und so nicht länger zu derartigen Menschenrechtsverstößen beizutragen. Am Stand von Fairtrade Stadt Lübeck kann an allen drei Tagen des Festivals eine Petition für ein wirksames Lieferkettengesetz auf EU Ebene unterzeichnet werden. Am Samstag, 11.6. informiert Simone Ludewig, Projekt Wirtschaft und Menschenrechte in SH, um 17:30 Uhr mit einem Kurzvortrag auf der kleinen Bühne über weltweite Kinderarbeit und was ein EU-Lieferkettengesetz bewirken kann.

Beim Infostand Fairtrade Stadt Lübeck kann die Petition für ein starkes EU-Lieferkettengesetz unterzeichnet werden. Hier geht’s auch online: https://lieferkettengesetz.de/mitmachen/

Weitere Informationen zur Kampagne YES EU CAN siehe: https://lieferkettengesetz.de/

#FairSprechen zur Landtagswahl

Welche Kandidatin oder welcher Kandidat will sich für eine sozial und ökologisch nachhaltige Beschaffung einsetzen und will das #FairSprechen22 unterzeichnen? Dies möchte die Steuerungsgruppe der Fairtrade-Stadt-Lübeck und das Bündnis Eine Welt SH e.V. zur Landtagswahl wissen. Lübecker Kandidat*innen sind von der Steuerungsgruppe angeschrieben worden, mit der Bitte, sich an der Aktion zu beteiligen. Auf der GO.GRØØN – Messe für Nachhaltiges & Faires – wird am Sonntag berichtet, wer sich dem #FairSprechen22 schon angeschlossen hat.

Die öffentliche Beschaffung hat eine Marktmacht und eine besondere Verantwortung, denn das Land und die Kommunen kaufen jährlich in Milliardenhöhe ein. Steuergelder können so auch faire Produkte fördern und es kann durch die Änderung des Landesvergabegesetzes ein verbindlicher Rahmen geschaffen werden. Mit einem neuen Vergabegesetz kann das Land die Wettbewerbsgleichheit verbessern für Anbieter*innen, die nachweislich ihre Sorgfaltspflicht für Menschen- und Arbeitnehmer*innenrechte, Umwelt und Klima erfüllen.

Mit dem #FairSprechen22 soll ein gemeinsames Zeichen gesetzt werden für „Gute Arbeit, Schutz der Menschenrechte, des Klimas und der Umwelt weltweit!“ Die Fairtrade-Initiative ist überzeugt davon, dass die öffentliche Beschaffung bei der fairen Vergabe eine Vorbildfunktion zu erfüllen hat.

Weitere Informationen zu der Aktion finden Sie unter https://www.bei-sh.org/fairsprechen22

Weiterlesen

Osterhasen im Streik

Langohren protestieren für existenzsichernde Kakaopreise und faire Schokolade!

Protest der Osterhasen 2019

Einladung zur Protestaktion in der Breiten Straße in Lübeck am Freitag, 1. April und Samstag, 2. April von 11:00 – 14:00 Uhr vor dem Lübecker Rathaus.

Der Verkauf von Osterschokolade ist ein riesiges Geschäft. Doch während die Schokoladenunternehmen zu Ostern den größten Umsatz machen, lebt die Mehrheit der Kakaobäuerinnen und -bauern in Westafrika immer noch unterhalb der Armutsgrenze. Denn der Preis, den sie für ihren Kakao erhalten, ist viel zu niedrig. Die Osterhasen haben dieses Preisdumping satt! Deshalb treten sie am 1. und 2. April 2022 von 11 bis 14 Uhr in der Breiten Straße vor dem Lübecker Rathaus in den Streik und weigern sich, weiterhin unfaire Schokolade in die Osternester zu legen. Zusammen mit Osterhasen in über 20 deutschen Städten fordern sie die großen Schokoladenunternehmen auf, endlich faire Kakaopreise zu zahlen.

Im Rahmen der diesjährigen Osteraktion unter dem Motto „Dumpingpreise stoppen! Faire Kakaopreise jetzt!“ fordert das entwicklungspolitische INKOTA-netzwerk zusammen mit Aktionsgruppen in ganz Deutschland die Schokoladenindustrie zur Zahlung fairer Kakaopreise auf. Berechnungen, wie hoch ein fairer Kakaopreis ist, gibt es bereits. Laut Zertifizierungsorganisation Fairtrade, muss der Kakaopreis ab Hof in Ghana bei 2.100,00 US-Dollar, und in der Elfenbeinküste bei 2.200,00 US-Dollar pro Tonne Kakao liegen, damit die Bäuerinnen und Bauern ein existenzsicherndes Einkommen erreichen können. Derzeit erhalten die Kakaobauern und -bäuerinnen einen staatlich garantierten Preis in Höhe von nur 1.736,00 US-Dollar in Ghana bzw. 1.457,00 US-Dollar in der Elfenbeinküste.

„Schokoladenunternehmen versprechen seit Jahrzehnten, Armut und Kinderarbeit im Kakaoanbau zu beenden. Armut ist die Hauptursache von Kinderarbeit: Gut 1,5 Millionen Kinder verrichten noch immer verbotene Tätigkeiten auf Kakaoplantagen allein in den Hauptanbauländern Elfenbeinküste und Ghana. Dass immer noch so viele Kinder bei der Ernte helfen müssen, hängt mit den niedrigen Kakaopreisen zusammen. Denn ihre Eltern können von den niedrigen Einkommen nicht leben und auch noch Schulgeld zahlen“, erklärt Katja Mentz von der Steuerungsgruppe Fairtrade-Stadt Lübeck. „Die Unternehmen tragen hierfür Verantwortung. Es ist höchste Zeit, dass sie faire Kakaopreise zahlen, die den Bäuerinnen und Bauern in Westafrika ein menschenwürdiges Leben ermöglichen!“

Mit dieser Aktion möchte die Steuerungsgruppe Fairtrade-Stadt Lübeck zur Aufklärung der Konsument*innen über die unfairen Geschäftspraktiken im Schokoladensektor beitragen und Alternativen für einen fairen Handel aufzeigen. Als Osterhasen verkleidet verteilen sie Infomaterial an die Verbraucher*innen. Die Hasen laden dazu ein, mit einer Postkarte beim Lieblings-Schokoladenunternehmen nachzufragen, ob dieses den Kakaoproduzent*innen einen existenzsichernden Kakaopreis zahlt.

Mit dem Stadtplan für nachhaltigen Konsum, den die Steuerungsgruppe Fairtrade-Stadt Lübeck e.V. erstellt hat, ist es einfach, herauszufinden, wo Schokolade aus nachhaltiger Produktion in Lübeck gekauft werden kann. Er kann über den folgenden Link heruntergeladen werden:  

http://www.fairtrade-stadt-luebeck.de/wp-content/uploads/2021/09/FAIR-BIO-REGIONAL-Stadtplan-2021.pdf

 Der Verkauf von Schokolade ist für Unternehmen wie Lindt, Ferrero, Nestlé, Storck und Co. ein riesen Geschäft: Rund 130 Milliarden US-Dollar Nettoumsatz macht die globale Schokoladenindustrie im Jahr. Doch von 1 Euro, der für eine Tafel Schokolade bei uns bezahlt wird, erhalten die Kakaobäuerinnen und -bauern in den beiden Hauptanbauländern Ghana und Elfenbeinküste gerade einmal 6 bis 7 Cent.

Interessierte Verbraucher*innen können die Aktion ab dem 29.03.2022 auch per digitaler Postkarte auf der Kampagnen-Webseite unter de.makechocolatefair.org unterstützen.

Weitere Informationen

Infomaterial und Grafiken zum Thema Kakaopreise auf der Make Chocolate Fair!-Webseite

Runter vom Holzweg!

Der Text basiert auf der Veranstaltung „Lieferketten auf dem Holzweg?! Helfen Sorgfaltspflichten gegen die globale Entwaldung?“, die am 1. Dezember 2021 gemeinsam vom Projekt Wirtschaft und Menschenrechte in Schleswig-Holstein und Fairtrade Stadt Lübeck e.V. organisiert und digital durchgeführt wurde.

Text: Simone Ludewig

Der Wald muss dringend wieder als Ökosystem und nicht länger als Rohstoffreserve betrachteten werden, fordern Forstwirt Lutz Fähser und Umweltwissenschaftler*in Evelyn Schönheit. (Bild: unsplash)

Wie kommen wir zu entwaldungsfreien Lieferketten?

Die globalen Waldbestände und damit auch die Artenvielfalt sowie Menschenrechte sind akut gefährdet. Mit der weltweit fortschreitenden Abholzung riesiger Waldflächen droht das Klimasystem unwiderruflich zu kippen. Unterschiedliche Perspektiven blicken auf den Zusammenhang zwischen globalen Lieferketten und dem Verschwinden der Wälder.

Der Forstwirt: Mit dem Wald überleben

Dr. Lutz Fähser, Forstwirt und ehemaliger Forstdirektor, ist international anerkannter Fachmann für naturnahe Waldbewirtschaftung und sieht eine globale Verantwortung der Entwaldung ein schnelles Ende zu bereiten. Zentraler Grund für die fortschreitende Entwaldung bzw. Degradierung der globalen Waldbestände ist der marktwirtschaftliche Sog nach Holz und Rohstoffen aus den reichen Industrieländern. Wälder müssen aber dringend wieder als Ökosysteme statt als Rohstoffreserve begriffen werden.

13 Mio Hektar Wald gehen jährlich verloren. Treiber: der Konsum von Risikogütern. (Bild: ADP Partner, CC 3.0)

Bereits 1992 entstanden auf der bisher größten Umweltkonferenz der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro die Konventionen zu Klima, Biodiversität und Wüsten. Fast alle Staaten verpflichteten sich mit dieser zu einer „Nachhaltigen Entwicklung“ (Sustainable Development). „Nachhaltig“ wäre es, die Grenzen der natürlichen Leistungsfähigkeit von Wäldern zu respektieren, denn diese definieren die Nutzungsmöglichkeiten. Eine verantwortungsvolle Nutzung auch in globalen Lieferketten muss deshalb zwingend überlebensorientiertes Verhalten bedeuten. Das Wirtschaften muss sich dafür in den Naturhaushalt einfügen und die Menschheit sich ethisch als Teil der Natur empfinden.

Ein Beispiel hierfür ist der 5.000 Hektar große Stadtwald von Lübeck. Er wird seit 1994 behutsam zu mehr Naturnähe entwickelt und mit einem Minimum an Störungen bewirtschaftet. Dafür wurde der Wald vom Bundesumweltministerium als Referenzmodell für eine „Nachhaltige Entwicklung“ im Sinne der Rio-Konferenz von 1992 ausgezeichnet.

Die großen globalen Waldtypen sind durch die verschiedenen Klimazonen unterschiedlich geprägt und unterschiedlich empfindlich gegenüber ihrer Nutzung. Es gibt boreale, temperate, trockene und feucht-tropische Wälder von derzeit jeweils ca. 800 Mio. Hektar Verbreitung. Damit besteht nur noch die Hälfte der ursprünglichen Waldfläche der Erde. Jährlich verschwindet weltweit weiter etwa die ein- bis zweifache Fläche des deutschen Waldes und es entstehen mehr als zehn Mio. Hektar Wüsten. Viele Länder besitzen nur noch eine Waldbedeckung von unter fünf Prozent, so z.B. Äthiopien, Pakistan und Madagaskar. In Deutschland bleibt die bewaldete Fläche von 33 Prozent im Moment stabil, deren Vitalität und Überlebensfähigkeit sinkt allerdings durch unökologische Forstwirtschaft und Effekte des Klimawandels.

„Wälder müssen dringend wieder als Ökosysteme statt als Rohstoffreserve begriffen werden.“ Lutz Fähser, Forstwirt

Delara Burkhard hat den Initiativbericht für entwaldungsfreie Lieferketten des Europäischen Parlaments verfasst (Bild: European Union 2021: EP)

Das Europäische Parlament: Die EU muss handeln

Delara Burkhardt, Europaabgeordnete der SPD aus Schleswig-Holstein, hat den Initiativbericht des Europäischen Parlaments für entwaldungsfreie Lieferketten vorbereitet. Hintergrund dafür war, dass allein der EU-Konsum zum jährlichen Verlust von 13 Mio. Hektar Wald mit 16 Prozent beiträgt.

Hierbei spielt nicht nur der Verbrauch von Holz z. B. als Baustoff, sondern insbesondere, der Konsum von Risikogütern eine entscheidende Rolle. Güter wie z.B. Soja, Fleisch, Palmöl oder Kakao gefährden natürliche Wälder, weil sie große Flächen beanspruchen.

Mit einer neuen Verordnung will die EU hier nun Abhilfe schaffen, damit die Lieferketten nach Europa entwaldungsfrei werden.  Am 17. November 2021 hat die EU-Kommission hierfür einen Vorschlag gemacht. Im Vergleich mit dem Initiativbericht des Parlaments klaffen in diesem jedoch noch gravierende Regelungslücken:

  • Die Liste der erfassten Risikowaren schließt wichtige Produkte wie Kautschuk und Mais nicht ein.
  • Bei den erfassten Unternehmen fehlen kleine und mittelständische Unternehmen und der komplette Finanzsektor, der jedoch eine erhebliche Hebelwirkung hätte.
  • Hinsichtlich der geschützten Ökosysteme beschränkt sich der Vorschlag auf Wälder und trägt damit nicht zum Schutz wichtiger Ökosysteme wie der brasilianischen Cerrado-Savanne bei.
  • Außerdem werden Menschenrechte nicht von dem Vorschlag umfasst.

Der offensichtliche Zusammenhang zwischen dem Schutz der Rechte von Indigenen Völkern und ihren Lebensräumen wird dabei ignoriert. Menschenrechtsschutz ist Waldschutz und umgekehrt.

Die Konsument*innen: Waldschutz muss Handlungsmaxime werden

So sieht es auch Umweltwissenschaftlerin Evelyn Schönheit, die sich seit langem im Forum Ökologie & Papier für einen ressourcenschonenden Umgang mit dem Produkt Papier zum Schutz der Wälder, der Arten, des Klimas und für bessere Lebensbedingungen vieler Menschen vor allem im Globalen Süden engagiert. Sie und das Forum wollen Verbraucher*innen, Politik und Wirtschaft durch gezielte Informationsarbeit über die Folgen des Papierverbrauchs aufklären. Wichtig hierbei ist es, diese Informationen in Handeln zu übersetzen. Mit anderen Worten: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, so Evelyn Schönheit.

Die Papierindustrie könnte durch mehr Recycling ihren Frischfaserbedarf und dessen negative Folgen deutlich reduzieren. Strengere Regeln, wie sie nun von EU vorbereitet werden, sind hierfür ein wichtiger Schritt.

Mehr als zwanzigmal kann eine Papierfaser recycled werden, wenn die Frischfaser ihren Lebenszyklus nicht schon bei der ersten Nutzung als Hygienepapier beendet.

An die Verbraucher*innen appelliert Evelyn Schönheit, Papier zu sparen, wo immer es geht. Helfen würde auch schon mehr Akzeptanz von weniger weißen Papieren, die aus recycelten Verpackungsmaterialien gewonnen werden. Das gilt insbesondere für Hygienepapiere wie Toilettenpapiere und Taschentücher, denn diese werden dem Papierkreislauf nach der Verwendung nicht wieder zum Recycling zur Verfügung stehen.

Obwohl es zahlreiche recycelte Alternativen gibt, ist die Nachfrage nach Frischfasern beim (Hygiene-) Papier weiterhin groß. Rund 40 Prozent der industrielen Holzernte gehen aktuell in die Papierproduktion. Deutschland liegt beim Papierverbrauch auf den vorderen Plätzen – in absoluten Zahlen sowie pro Kopf – und trägt damit erheblich zu sozialen und ökologischen Problemen wie Endwaldung und Landnutzungsänderungen bei. Beim nachhaltigen Konsum steht neben der Sparsamkeit deshalb auch die Frage nach sozial und ökologisch verantwortungsvoll produzierten Alternativen im Mittelpunkt.

„Deutschland liegt beim Papierverbrauch auf den vorderen Plätzen.“ Evelyn Schönheit vom Forum Ökologie und Papier

Die Wirtschaft: Unternehmen wandeln sich

Die Bambuspapiere von Smoothpanda sind Holzfrei und neben Recyclingpapier eine weitere Alternative zur Frischfaser. (Bild: Smooth Panda.)

Die Improving Earth GmbH aus Reinfeld in Schleswig-Holstein macht Verbraucher*innen, die auf Frischfaser im Hygienebereich absolut nicht verzichten wollen, mit Smooth Panda ein solches Angebot. Karsten Lutz ist Gründer und Geschäftsführer des Start-ups, das Toiletten- und andere Hygienepapiere aus Bambusfasern herstellt. Sein Ziel heißt: „Feeling without Wood“. Mit einem Geschäftsmodell, das soziale und ökologische Verantwortung an den Anfang stellt, will sein Start-up mit gutem Beispiel vorangehen und auch „die Großen“ in der Branche herausfordern.

Ein wichtiger Hebel hierbei ist das sorgfältige Sourcing (Beschaffung) von Rohstoffen. Hierfür die richtigen und vertrauenswürdige Partner*innen zu finden, war und bleibt eine Herausforderung. Auf eilige Zusagen von Sozial- und Umweltstandards seiner chinesischen Zulieferer*innen allein will Karsten Lutz sich dabei nicht verlassen. Improving Earth investiert Mühe, um seine Lieferketten zu durchleuchten. Wichtig ist hierbei auch eine offene Kultur im Unternehmen, die es zulässt Probleme und Bedenken auszusprechen. Gerne würde Karsten Lutz die Rohstoffproduktion näher an den Firmensitz in Reinfeld verlegen, um noch mehr Kontrolle über die Produktionsbedingungen zu haben. Die Vision eines ökologischen, möglicherweise auch europäischen Bambusanbaus ist momentan jedoch noch Zukunftsmusik. Vorerst geben auch Zertifikate und Audits dem Unternehmer und seinen Kund*innen Vertrauen in die Rohstoffproduktion.

Auch Karsten Lutz setzt Hoffnung in neue verbindliche Regeln für Lieferketten. Bereits mit dem jüngst beschlossenen deutschen Lieferkettengesetz besteht für Improving Earth die Chance, zusätzliche Kontrolle über die Einhaltung von Menschenrechten zu gewinnen. Sollte eine staatliche Aufsicht über die großen Konzerne und Abnehmer*innen wirklich gelingen, würde das die Wettbewerbsgleichheit auch für kleine Unternehmen und Vorreiter*innen wie Improving Earth verbessern. Alle müssten sich dann an Regeln ethischen Handelns halten.

Der Text basiert auf der Veranstaltung „Lieferketten auf dem Holzweg?! Helfen Sorgfaltspflichten gegen die globale Entwaldung?“ die am 1. Dezember 2021 gemeinsam vom Projekt Wirtschaft und Menschenrechte in Schleswig-Holstein und der Fairtrade Stadt Lübeck ausgerichtet wurde.

Quelle: https://zukunft.global/inhalt/runter-vom-holzweg.html